Warum beginnt ein Ringlicht in Videoaufnahmen manchmal zu flackern?

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Das Flackern eines Ringlichts in Videoaufnahmen ist ein häufiges Problem, das meistens nicht am Licht selbst liegt, sondern an der Interaktion zwischen der Lichtquelle und der Kamera.

Hier sind die Hauptgründe, warum das passiert:

1. Die Netzfrequenz (50Hz vs. 60Hz)

In Europa und vielen anderen Teilen der Welt wechselt der Strom in der Steckdose mit einer Frequenz von 50 Hz (50 Mal pro Sekunde). Das bedeutet, das Licht geht eigentlich 100 Mal pro Sekunde an und aus (bzw. wird heller und dunkler), was das menschliche Auge nicht wahrnehmen kann.

  • Das Problem: Wenn deine Kamera auf eine Bildrate (FPS) eingestellt ist, die nicht mit dieser Frequenz harmoniert (z. B. 30 FPS oder 60 FPS – der US-Standard NTSC), entstehen Differenzen. Die Kamera "sieht" die dunklen Momente zwischen den Lichtzyklen.
  • Die Lösung: Stelle deine Kamera auf 25 FPS oder 50 FPS (PAL-Standard) um oder achte darauf, dass die Verschlusszeit (Shutter Speed) ein Vielfaches der Netzfrequenz ist (z. B. 1/50 oder 1/100 Sekunde).

2. Pulsweitenmodulation (PWM) beim Dimmen

Die meisten LED-Ringlichter werden nicht dadurch gedimmt, dass die Spannung gesenkt wird, sondern durch PWM. Dabei wird die LED in extrem schneller Folge ein- und ausgeschaltet. Je dunkler das Licht eingestellt ist, desto länger sind die "Aus-Phasen".

  • Das Problem: Wenn die Frequenz dieses An- und Ausschaltens mit der Verschlusszeit deiner Kamera kollidiert, entstehen Streifen oder ein Flackern im Bild. Besonders bei günstigen Ringlichtern ist die PWM-Frequenz oft zu niedrig.
  • Die Lösung: Versuche, das Ringlicht auf volle Helligkeit zu stellen und stattdessen die Belichtung an der Kamera (ISO oder Blende) zu regeln. Bei voller Leistung leuchten die LEDs meist konstant durch.

3. Interferenz mit der Verschlusszeit (Shutter Speed)

Der "Shutter" der Kamera bestimmt, wie lange der Sensor belichtet wird. Wenn der Shutter sehr kurz ist (z. B. 1/1000 Sekunde bei viel Licht), ist die Wahrscheinlichkeit extrem hoch, dass er genau in einen Moment fällt, in dem die LED gerade "aus" oder "dunkel" ist (wegen Punkt 1 oder 2).

  • Die Lösung: Nutze die "180-Grad-Regel". Die Verschlusszeit sollte idealerweise das Doppelte der Bildrate sein (bei 25 FPS also 1/50 Sekunde). Das sorgt für eine natürliche Bewegungsunschärfe und minimiert Flackern.

4. Instabile Stromversorgung

Manchmal liegt es schlicht an der Hardware:

  • USB-Stromversorgung: Viele Ringlichter werden per USB betrieben. Wenn sie an einem PC-Anschluss oder einem schwachen Netzteil hängen, das nicht genügend Ampere liefert, schwankt die Spannung, was zu sichtbarem Flackern führen kann.
  • Minderwertige Treiber: Günstige Ringlichter haben oft schlechte interne Elektronik (LED-Treiber), die den Strom nicht sauber glättet.

Zusammenfassung: Was kannst du tun?

  1. Kamera-Einstellungen prüfen: Stelle die Bildrate auf 25 oder 50 FPS (PAL-Region).
  2. Shutter Speed anpassen: Wähle manuell 1/50 oder 1/100 Sekunde.
  3. Helligkeit ändern: Drehe das Ringlicht auf 100% und dunkle das Bild über die Kamera ab.
  4. Stromquelle wechseln: Nutze ein starkes Steckdosen-Netzteil statt eines USB-Ports am Laptop.
  5. Anti-Flicker-Modus: Viele Smartphones und Kameras haben in den Einstellungen eine "Anti-Flicker"-Option (meist wählbar zwischen 50Hz und 60Hz). Probiere aus, welche Einstellung das Problem löst.