Wann und wie gewöhnt man einem Kind den Schnuller am besten ab?
Den Schnuller abzugewöhnen ist ein großer Meilenstein – sowohl für das Kind als auch für die Eltern. Es gibt kein „perfektes“ Datum, aber es gibt bewährte Zeitpunkte und Methoden.
Hier ist ein Leitfaden, wie der Abschied vom Schnuller am besten gelingt:
1. Wann ist der richtige Zeitpunkt?
- Das Alter: Zahnärzte und Logopäden empfehlen meist, den Schnuller bis zum 3. Geburtstag komplett abzugewöhnen. Idealerweise beginnt man mit der Reduzierung bereits ab dem 2. Lebensjahr.
- Warum? Zu langes Schnullern kann zu Zahnfehlstellungen (z. B. offener Biss), Kieferverformungen und Problemen bei der Sprachentwicklung (Lispeln) führen.
- Die Lebensphase: Wählen Sie eine stabile Phase. Vermeiden Sie die Entwöhnung während großer Umstellungen wie der Eingewöhnung in die Kita, der Geburt eines Geschwisterchens, einem Umzug oder wenn das Kind gerade krank ist.
2. Wie gewöhnt man ihn ab? (Methoden)
Es gibt zwei Hauptstrategien: die „sanfte, schrittweise Entwöhnung“ oder den „festen Stichtag“.
A. Die schrittweise Methode (Sanft)
Dies ist oft weniger stressig für das Kind.
- Nur noch im Haus: Der Schnuller bleibt zu Hause und wird nicht mehr auf den Spielplatz oder zum Einkaufen mitgenommen.
- Nur noch zum Schlafen: Der Schnuller wird nur noch im Bett benutzt. Tagsüber kommt er in eine „Schnullerdose“ oder an einen festen Platz.
- Die Zeit verkürzen: Sobald das Kind eingeschlafen ist, den Schnuller vorsichtig aus dem Mund ziehen.
B. Der Klassiker: Die Schnullerfee
Das Kind legt seinen Schnuller abends vor die Tür oder auf das Fensterbrett. Über Nacht holt die Schnullerfee ihn ab (um ihn „neuen Babys zu schenken“) und lässt als Dankeschön ein kleines Geschenk oder einen Herzenswunsch da.
C. Der Schnullerbaum
In vielen Städten gibt es „Schnullerbäume“. Das Kind darf seinen Schnuller dort an einen Ast hängen – oft im Rahmen eines kleinen Festes. Zu sehen, dass viele andere Kinder das auch gemacht haben, hilft enorm.
D. Das Geschenk für jemand anderen
Man kann das Kind motivieren, den Schnuller dem Nikolaus, dem Osterhasen oder einem (fiktiven) Baby in der Nachbarschaft zu „schenken“, weil es jetzt schon „groß“ ist.
E. Die „Kaputt-Methode“ (eher radikal)
Manche Eltern schneiden die Spitze des Saugers ein Stück ab oder stechen ein Loch hinein. Dadurch geht das Sauggefühl verloren, und das Kind verliert oft von selbst das Interesse, weil es „nicht mehr richtig funktioniert“.
3. Tipps für den Erfolg
- Vorbereitung: Sprechen Sie vorher darüber. Lesen Sie Kinderbücher zum Thema (z. B. „Moritz Moppelpo braucht keinen Schnuller“).
- Alternative anbieten: Wenn der Schnuller zur Beruhigung diente, braucht das Kind einen Ersatz, z. B. ein neues Kuscheltier oder ein Schmusetuch.
- Konsequent bleiben: Wenn der Schnuller einmal weg ist (z. B. nach dem Besuch der Schnullerfee), sollte er auch weg bleiben. Nachzugeben verlängert den Prozess und verwirrt das Kind.
- Viel Lob: Betonen Sie, wie stolz Sie sind, dass Ihr Kind nun schon „so groß“ ist.
- Geduld bei Rückschlägen: Die ersten drei Nächte sind meist die schwierigsten. Seien Sie darauf vorbereitet, mehr zu kuscheln, vorzulesen oder am Bett zu sitzen.
Fazit
Der Schlüssel ist Einfühlungsvermögen. Der Schnuller war für Ihr Kind ein wichtiger Trostspender. Nehmen Sie die Trauer des Kindes ernst, aber bleiben Sie sanft und bestimmt bei Ihrer Entscheidung. Wenn das Kind merkt, dass Sie sicher sind, wird es den Abschied schneller akzeptieren.