Wann sollte eine Wundschutzcreme im Windelbereich aufgetragen werden?
Eine Wundschutzcreme im Windelbereich sollte gezielt und nicht unbedingt bei jedem Wickeln angewendet werden. Die gesunde Babyhaut besitzt eine natürliche Schutzbarriere, die durch zu viel Creme eher aufgeweicht werden kann.
Hier sind die wichtigsten Zeitpunkte und Situationen, in denen das Auftragen sinnvoll ist:
1. Bei ersten Anzeichen von Rötungen
Sobald die Haut im Windelbereich leicht gerötet oder gereizt aussieht, ist es Zeit für eine Wundschutzcreme. Die Creme bildet eine Barriere gegen Urin und Stuhl, damit die Haut sich regenerieren kann.
2. Vor längeren Wickelpausen (z. B. zur Nacht)
Da das Baby nachts meist länger in derselben Windel liegt, ist die Belastung für die Haut durch Feuchtigkeit höher. Eine dünne Schicht Creme kann hier präventiv vor „Windeldermatitis“ schützen.
3. Bei Durchfall oder saurem Stuhl
Wenn das Baby Durchfall hat oder der Stuhl besonders aggressiv ist (oft erkennbar an einem scharfen Geruch), sollte bei jedem Wickeln eine Schutzschicht aufgetragen werden. Die enthaltenen Säuren greifen die Haut sonst sehr schnell an.
4. Während besonderer Phasen (Zahnen oder Beikoststart)
Viele Babys reagieren beim Zahnen oder bei der Einführung neuer Lebensmittel mit einem „wunden Po“, da sich der pH-Wert des Stuhls verändert. In diesen Phasen ist ein verstärkter Schutz sinnvoll.
Wichtige Tipps zur Anwendung:
- Hauchdünn auftragen: Eine dicke Schicht verhindert, dass die Haut atmen kann, und verklebt die Poren der Windel, sodass diese weniger Flüssigkeit aufnimmt. Man sollte die Haut unter der Creme noch durchschimmern sehen.
- Nur auf trockene Haut: Trage die Creme niemals auf feuchte Haut auf, da du sonst die Feuchtigkeit unter der Fettschicht einschließt, was die Vermehrung von Bakterien und Pilzen fördern kann. Tupfe den Po vorher vorsichtig trocken (nicht reiben!).
- Wahl der Creme:
- Zinkhaltige Cremes wirken austrocknend und entzündungshemmend (gut bei feuchten, roten Stellen).
- Fetthaltige Barrierecremes (z. B. mit Calendula oder Wollwachs) dienen eher dem Schutz vor Nässe.
- Frische Luft ist am besten: Die beste „Wundschutzcreme“ ist Luft. Lass dein Baby so oft wie möglich nackt strampeln.
Wann zum Arzt?
Wenn die Rötung trotz Creme nach 2–3 Tagen nicht besser wird, sich Pusteln, Bläschen oder offene Stellen bilden, könnte eine Pilzinfektion (Windelsoor) vorliegen. In diesem Fall hilft eine normale Wundschutzcreme nicht mehr und ein Kinderarzt sollte aufgesucht werden.