Wann darf ein Massagegerät aus medizinischen Gründen nicht verwendet werden?
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Die Verwendung eines Massagegeräts (wie einer Massagepistole, einem Nackenmassagegerät oder einer Vibrationsmatte) kann sehr wohltuend sein, ist aber bei bestimmten medizinischen Zuständen riskant oder sogar gefährlich. Man spricht hier von Kontraindikationen.
Hier sind die wichtigsten Gründe, warum ein Massagegerät nicht verwendet werden darf oder vorher ärztliche Rücksprache gehalten werden muss:
1. Akute Verletzungen und Entzündungen
- Frische Knochenbrüche: In der Heilungsphase darf kein Druck oder Vibration auf die Stelle ausgeübt werden.
- Akute Entzündungen: Bei Rötungen, Schwellungen oder Hitzegefühl an einer Stelle (z. B. Schleimbeutelentzündung oder Arthritis) verschlimmert eine Massage den Zustand meist.
- Frische Wunden und Narben: Die mechanische Belastung kann Wunden wieder öffnen oder die Narbenheilung stören.
2. Gefäßerkrankungen (Besonders wichtig!)
- Thrombosegefahr: Wenn ein Blutgerinnsel vorliegt, kann die Vibration oder der Druck dieses lösen. Wenn es in die Lunge wandert, droht eine lebensgefährliche Lungenembolie.
- Krampfadern (Varizen): Bei ausgeprägten Krampfadern sollte nicht direkt darauf massiert werden, da die Venenwände geschwächt sind.
- Arteriosklerose: Besonders an der Halsschlagader ist Vorsicht geboten (Gefahr von Schlaganfällen durch gelöste Ablagerungen).
3. Herz-Kreislauf-Probleme
- Herzschrittmacher: Bei Geräten, die mit Magneten oder elektrischen Impulsen (EMS) arbeiten, kann die Funktion des Schrittmachers gestört werden.
- Bluthochdruck: Intensive Massagen können den Blutdruck kurzzeitig stark ansteigen lassen.
4. Hautprobleme
- Infektiöse Hautkrankheiten: Pilzinfektionen, Gürtelrose oder eitrige Entzündungen können durch das Gerät weiter verbreitet werden.
- Verbrennungen oder Sonnenbrand: Die Haut ist zu empfindlich für mechanische Reize.
5. Schwangerschaft
- In der Schwangerschaft sollte man Massagegeräte (besonders im Bereich des unteren Rückens und des Bauches) nur nach Rücksprache mit dem Arzt oder der Hebamme verwenden. Bestimmte Triggerpunkte könnten vorzeitige Wehen auslösen.
6. Knochen- und Wirbelsäulenerkrankungen
- Bandscheibenvorfall: In der akuten Phase kann Druck den Nerv weiter reizen.
- Osteoporose: Bei fortgeschrittenem Knochenschwund können bereits die Vibrationen einer Massagepistole zu Haarrissen in den Knochen führen.
7. Sonstige medizinische Gründe
- Fieber und Infektionskrankheiten: Eine Massage kurbelt den Stoffwechsel an. Das belastet den Körper zusätzlich, wenn er eigentlich gegen einen Infekt kämpft.
- Tumore / Krebserkrankungen: Es besteht die Sorge, dass durch die verstärkte Durchblutung und den Lymphfluss Krebszellen im Körper gestreut werden könnten. Hier ist eine ärztliche Freigabe zwingend erforderlich.
- Diabetes: Bei diabetischem Fuß oder Taubheitsgefühlen (Neuropathie) spürt der Anwender nicht, wenn der Druck zu stark ist oder das Gerät die Haut schädigt.
Wo darf man generell nicht massieren?
Unabhängig von Vorerkrankungen sollten folgende Stellen mit Massagegeräten (insb. Massagepistolen) gemieden werden:
- Knochen direkt (Wirbelsäule, Schienbein, Gelenke, Schädel).
- Halsvorderseite (Halsschlagader und Kehlkopf).
- Lymphknoten (Achselhöhlen, Leiste).
- Genitalbereich.
Wichtiger Hinweis: Diese Liste ist nicht abschließend. Wenn Sie unsicher sind oder chronische Schmerzen haben, fragen Sie immer Ihren Hausarzt oder Physiotherapeuten, bevor Sie ein Massagegerät nutzen.