Vor welchen sexuell übertragbaren Infektionen bieten Kondome Schutz?
Kondome sind das wichtigste Mittel für „Safer Sex“. Sie bieten einen sehr guten, aber keinen hundertprozentigen Schutz gegen sexuell übertragbare Infektionen (STIs). Der Schutzgrad hängt stark davon ab, wie die jeweiligen Erreger übertragen werden.
Man unterteilt den Schutz in drei Kategorien:
1. Hoher Schutz (Übertragung primär durch Körperflüssigkeiten)
Gegen Infektionen, die hauptsächlich über Sperma, Scheidenflüssigkeit oder Blut übertragen werden, bieten Kondome bei richtiger Anwendung einen sehr zuverlässigen Schutz:
- HIV: Kondome senken das Risiko einer Übertragung massiv.
- Chlamydien: Eine der häufigsten STIs; der Schutz ist sehr hoch.
- Gonorrhoe (Tripper): Kondome schützen effektiv vor der Infektion der Harnröhre oder der Vagina.
- Hepatitis B: Wird über Körperflüssigkeiten übertragen; Kondome bieten Schutz (eine Impfung ist jedoch der sicherere Weg).
2. Eingeschränkter Schutz (Übertragung durch Hautkontakt)
Gegen Erreger, die bereits durch bloßen Haut-zu-Haut-Kontakt im Genitalbereich oder über die Schleimhäute übertragen werden können, bieten Kondome nur einen Teilschutz. Da das Kondom nicht den gesamten Intimbereich abdeckt, kann eine Ansteckung über Stellen erfolgen, die nicht bedeckt sind:
- Syphilis (Lues): Die Erreger sitzen oft in Geschwüren, die sich auch außerhalb der vom Kondom bedeckten Fläche befinden können.
- HPV (Humane Papillomviren): Verursacher von Genitalwarzen und Gebärmutterhalskrebs. Sie werden über Hautkontakt übertragen. Kondome senken das Risiko deutlich, verhindern es aber nicht komplett.
- Herpes Genitalis: Die Viren befinden sich in der Flüssigkeit der Bläschen. Wenn diese außerhalb der Kondomzone liegen, ist eine Ansteckung möglich.
3. Kaum Schutz (Parasiten)
Gegen Parasiten, die sich im Schamhaar oder auf der Hautoberfläche ansiedeln, helfen Kondome fast gar nicht:
- Filzläuse: Sie krabbeln von Haar zu Haar.
- Krätze (Skabies): Wird durch engen Hautkontakt (Milben) übertragen.
Wichtige Ergänzungen für Ihre Sicherheit:
- Richtige Anwendung: Ein Kondom schützt nur, wenn es von Anfang bis Ende des Geschlechtsverkehrs getragen wird und die richtige Größe hat.
- Impfungen: Gegen HPV und Hepatitis B gibt es wirksame Impfungen, die zusätzlich zum Kondom empfohlen werden.
- Regelmäßige Tests: Da viele STIs (wie Chlamydien) oft keine Symptome verursachen, aber dennoch Langzeitschäden (wie Unfruchtbarkeit) auslösen können, sind regelmäßige Check-ups beim Arzt wichtig, wenn man wechselnde Partner hat.
- PrEP: Wenn es primär um den Schutz vor HIV geht, gibt es für Menschen mit hohem Risiko auch die medikamentöse Prophylaxe (PrEP), die jedoch nicht vor anderen STIs schützt.
Fazit: Kondome sind unverzichtbar, um das Risiko für HIV und bakterielle Infektionen wie Chlamydien und Tripper zu minimieren. Ein absoluter Schutz gegen alle STIs ist durch Kondome allein jedoch nicht möglich.