Verursacht die Lagerung von ungenutzten Luftpolsterfolien-Rollen ein zu hohes Platzproblem im Lager?
Ja, die Lagerung von herkömmlichen Luftpolsterfolien-Rollen wird in der Logistik oft als „Lagerung von Luft“ bezeichnet und stellt tatsächlich ein erhebliches Platzproblem dar.
Hier sind die Gründe, warum das ein Problem ist, und welche Lösungen es dafür gibt:
Warum die Lagerung problematisch ist:
- Geringe Lagerdichte: Eine Standardrolle Luftpolsterfolie (z. B. 100 Meter lang, 1,20 Meter breit) nimmt ein enormes Volumen ein, wiegt aber fast nichts. In einem Hochregallager oder einem kleinen Packraum blockiert das wertvolle Quadratmeter, die für verkaufsfähige Ware genutzt werden könnten.
- Hohe Logistikkosten: Nicht nur die Lagerung ist teuer, sondern auch der Transport zum Lager. Lkw transportieren oft mehr Luft als Material, was die Frachtkosten pro Einheit in die Höhe treibt.
- Häufiges Handling: Da die Rollen so sperrig sind, müssen sie oft in separaten Bereichen gelagert werden. Die Mitarbeiter müssen ständig neue, riesige Rollen zu den Packtischen holen, was Zeit kostet und die Wege verlängert.
- Brandlast: Große Mengen an Kunststofffolie stellen eine erhebliche Brandlast dar. In einigen Lagern gelten daher strenge Vorschriften für die Lagerung solch voluminöser Kunststoffe.
Die Lösungen: Wie man das Platzproblem löst
Um den Platzbedarf zu minimieren, setzen moderne Lager auf alternative Systeme:
1. Luftpolstermaschinen (On-Demand-Systeme)
Dies ist die effektivste Lösung. Anstatt fertige Rollen zu kaufen, kauft man flache, unaufgeblasene Folienrollen.
- Vorteil: Eine einzige kleine Rolle unaufgeblasene Folie ersetzt etwa 10 bis 15 große Rollen herkömmlicher Luftpolsterfolie.
- Platzersparnis: Bis zu 95 % weniger Lagerplatz für das Verpackungsmaterial.
- Funktion: Die Maschine steht direkt am Packtisch und bläst die Polster erst in dem Moment auf, in dem sie gebraucht werden.
2. Papierpolstersysteme
Papier (z. B. Schrenzpapier oder spezielle Polsterpapiere) wird in kompakten Rollen oder Stapeln geliefert und von einer Maschine zerknüllt/gefaltet.
- Vorteil: Papier ist im Rohzustand extrem kompakt und bietet eine sehr gute Schutzwirkung. Zudem ist es umweltfreundlicher (Recycling).
3. Just-in-Time (JIT) Lieferung
Wenn man nicht auf On-Demand-Maschinen umstellen möchte, kann man mit dem Lieferanten tägliche oder sehr häufige Lieferungen vereinbaren.
- Risiko: Man macht sich extrem abhängig vom Lieferanten und den Lieferketten. Bei einer Verzögerung steht der Versand still.
4. Karton-Shredder (Perforatoren)
Alte Versandkartons, die im Lager anfallen, werden durch eine Maschine gelassen, die daraus Polstermatten macht.
- Vorteil: Man spart sich die Entsorgung des Altpapiers UND den Zukauf von Polsterfolie komplett.
Fazit
Die Lagerung von fertigen Luftpolsterrollen ist ineffizient und teuer. Sobald ein Lager ein gewisses Versandvolumen überschreitet, rechnet sich die Anschaffung einer kleinen Luftpolstermaschine meist schon innerhalb weniger Monate allein durch die gesparten Lager- und Prozesskosten.
Wann lohnt es sich für Sie? Wenn Sie mehr als 2-3 große Rollen Luftpolsterfolie pro Woche verbrauchen, ist der Wechsel auf ein On-Demand-System (Maschine) wirtschaftlich fast immer sinnvoll.