Sind Blasenpflaster für Personen mit Diabetes oder schlechter Durchblutung sicher?

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Nein, herkömmliche Blasenpflaster (meist Hydrokolloid-Pflaster) sind für Personen mit Diabetes oder Durchblutungsstörungen in der Regel nicht ohne Rücksprache mit einem Arzt zu empfehlen.

Hier sind die wichtigsten Gründe, warum Vorsicht geboten ist:

1. Vermindertes Schmerzempfinden (Neuropathie)

Viele Diabetiker leiden unter Nervenschäden in den Füßen. Das bedeutet, dass sie Schmerzen, Druck oder eine beginnende Entzündung unter dem Pflaster eventuell nicht spüren. Eine kleine Blase kann sich so unbemerkt zu einer schweren Infektion oder einem tiefen Geschwür (diabetisches Fußsyndrom) entwickeln.

2. Verzögerte Wundheilung

Bei Diabetes und Durchblutungsstörungen ist die Nährstoff- und Sauerstoffversorgung des Gewebes herabgesetzt. Wunden heilen deutlich langsamer. Das feuchte Milieu, das ein Blasenpflaster erzeugt, ist für gesunde Haut ideal zur Heilung, kann aber bei Diabetikern das Risiko für Bakterienwachstum und Infektionen erhöhen, wenn die Wunde nicht absolut sauber ist.

3. Gefahr beim Entfernen

Hydrokolloid-Pflaster haften sehr stark. Da die Haut von Diabetikern oft dünner und trockener ist, besteht beim Abziehen des Pflasters die Gefahr, dass die Haut eingerissen wird oder die Wunde erneut aufreißt. Dies schafft eine neue Eintrittspforte für Keime.

4. Infektionsrisiko

Blasenpflaster schließen die Wunde luftdicht ab. Wenn bereits Keime in der Blase sind (was bei einer offenen Blase oft der Fall ist), können sich diese in dem warmen, feuchten Milieu unter dem Pflaster rasant vermehren. Da die körpereigene Abwehr bei schlechter Durchblutung an dieser Stelle geschwächt ist, kann dies fatale Folgen haben.


Was sollten Betroffene stattdessen tun?

  1. Arzt oder Podologen aufsuchen: Bei Entdeckung einer Blase (auch wenn sie klein ist) sollten Diabetiker zeitnah eine medizinische Fachkraft (Hausarzt, Diabetologe oder medizinischer Fußpfleger) schauen lassen.
  2. Spezielle Produkte verwenden: Es gibt spezielle Wundauflagen für Diabetiker, die nicht so stark kleben und die Wunde schützen, ohne sie "einzuschweißen".
  3. Desinfektion: Die Stelle vorsichtig mit einem für Diabetiker geeigneten Antiseptikum desinfizieren.
  4. Druckentlastung: Die Blase nicht aufstechen und die betroffene Stelle durch weites Schuhwerk oder Entlastungspolster schützen.
  5. Tägliche Kontrolle: Den Fuß täglich mehrmals auf Rötungen, Schwellungen oder Wärme kontrollieren.

Wichtiger Hinweis: Die meisten Hersteller von Blasenpflastern schreiben explizit auf die Packungsbeilage: "Diabetiker oder Personen mit Durchblutungsstörungen sollten vor der Anwendung ihren Arzt konsultieren." Dies dient nicht nur der rechtlichen Absicherung, sondern ist ein realer Warnhinweis aufgrund der oben genannten Risiken.

Hinweis: Diese Antwort dient der Information und ersetzt keine ärztliche Diagnose oder Behandlung.