Sind Abdeckfolien grundsätzlich wasserdicht und reißfest?

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Die kurze Antwort lautet: Nein, nicht grundsätzlich.

Es gibt enorme Unterschiede je nach Material, Dicke (Stärke) und Verwendungszweck. Man muss zwischen einfachen „Malerfolien“ und robusten „Abdeckplanen“ unterscheiden.

Hier ist die detaillierte Aufschlüsselung:

1. Wasserdichtigkeit

Die meisten Abdeckfolien bestehen aus Kunststoffen wie Polyethylen (PE) oder PVC. Diese Materialien sind von Natur aus wasserundurchlässig. Aber:

  • Dünne Folien: Sehr dünne Malerfolien können durch winzige Produktionsfehler oder minimale mechanische Belastung (darüberlaufen, Werkzeug ablegen) kleine Löcher bekommen, durch die Wasser sickert.
  • Kondenswasser: Oft wird vergessen, dass sich unter einer wasserdichten Folie Schwitzwasser bilden kann. Das Objekt darunter wird also trotzdem feucht, obwohl die Folie „dicht“ ist.
  • UV-Strahlung: Einfache Folien werden in der Sonne spröde. Nach wenigen Wochen im Freien entstehen Risse, und die Wasserdichtigkeit ist dahin.

2. Reißfestigkeit

Hier gibt es die größten Unterschiede. Die Reißfestigkeit hängt von zwei Faktoren ab: der Dicke und der Struktur.

  • Malerfolie (sehr dünn): Diese Folien haben oft nur eine Stärke von 5 bis 20 µm (Mikrometer). Sie sind nicht reißfest. Ein kleiner Riss dehnt sich sofort aus, und die Folie zerreißt wie Papier.
  • Baufolie (mittelschwer): Mit 50 bis 200 µm sind diese Folien deutlich stabiler. Sie lassen sich von Hand kaum noch zerreißen, können aber durch scharfe Kanten durchstoßen werden.
  • Gewebeplanen (hochfest): Diese bestehen nicht nur aus einer Schicht Kunststoff, sondern haben ein eingearbeitetes Netz aus Kunststofffasern. Diese sind extrem reißfest und für den langfristigen Außeneinsatz gedacht.

Worauf sollten Sie beim Kauf achten?

Wenn Sie Folie kaufen, schauen Sie auf folgende Angaben:

  1. Stärke (µ oder my):
    • < 20 µ: Nur als Staubschutz im Innenraum geeignet.
    • 50 µ bis 100 µ: Standard für Renovierungen, schützt auch vor Farbspritzern und leichtem Tritt.
    • > 200 µ: Schwere Baufolie, hält mechanische Belastungen aus.
  2. Gewicht (g/m²): Bei Gewebeplanen wird eher das Gewicht angegeben. Eine Plane mit 150–250 g/m² gilt als robust und wetterfest.
  3. UV-Beständigkeit: Wenn die Folie länger als ein paar Tage im Freien liegen soll (z. B. Holz abdecken), muss explizit „UV-stabilisiert“ darauf stehen. Ohne diesen Schutz zerfällt fast jede Plastikfolie nach einem Sommer zu Mikroplastik.
  4. Material:
    • PE (Polyethylen): Der Standard, günstig, meist recycelbar.
    • PVC (Polyvinylchlorid): Sehr schwer, extrem langlebig (wie LKW-Planen), aber teurer und weniger umweltfreundlich.

Fazit: Wenn Sie etwas wirklich wasserdicht und reißfest für draußen suchen, greifen Sie zu einer Gewebeplane (mind. 150 g/m²). Für das Abdecken von Möbeln beim Streichen reicht eine einfache Malerfolie, die aber weder besonders reißfest noch für stehendes Wasser geeignet ist.

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