Schützt die Verwendung einer Intim-Waschlotion vor Infektionen oder Pilzerkrankungen?

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Die kurze Antwort lautet: Nein, die Verwendung einer Intim-Waschlotion bietet keinen zusätzlichen Schutz vor Infektionen oder Pilzerkrankungen. Im Gegenteil: Eine übertriebene Reinigung kann das natürliche Gleichgewicht der Intimflora sogar stören und Infektionen begünstigen.

Hier sind die wichtigsten Fakten dazu:

1. Das natürliche Schutzsystem

Die Vagina besitzt ein hocheffizientes Selbstreinigungssystem. Milchsäurebakterien (Laktobazillen) sorgen für ein saures Milieu (pH-Wert von ca. 3,8 bis 4,5). Dieser Säureschutzmantel ist die wichtigste Barriere gegen Krankheitserreger wie Pilze oder schädliche Bakterien.

2. Wasser ist völlig ausreichend

Gynäkologen sind sich weitgehend einig: Für die Reinigung des äußeren Intimbereichs (Vulva) ist lauwarmes Wasser die beste Wahl. Wasser beeinflusst den pH-Wert nicht negativ und trocknet die empfindliche Haut nicht aus.

3. Waschlotionen können schaden

Auch wenn Intim-Waschlotionen oft als „pH-hautneutral“ oder „mit Milchsäure“ beworben werden, enthalten sie häufig:

  • Tenside: Diese können die Haut austrocknen.
  • Duft- und Konservierungsstoffe: Diese können Allergien auslösen oder die empfindliche Schleimhaut reizen.

Wenn die natürliche Flora durch zu häufiges Waschen (auch mit Spezialprodukten) gestört wird, haben Pilze (wie Candida) oder Bakterien (Vaginose) leichteres Spiel.

4. Niemals „innen“ waschen

Ein wichtiger Punkt: Waschlotionen sind – wenn überhaupt – nur für den äußeren Bereich gedacht. Scheidenspülungen oder das Reinigen der Vagina von innen sind medizinisch nicht ratsam. Das spült die nützlichen Milchsäurebakterien aus und zerstört den Schutzmechanismus komplett.

Wann eine Intim-Waschlotion eventuell sinnvoll ist:

Wenn Sie das Gefühl haben, auf ein Reinigungsprodukt nicht verzichten zu wollen (z. B. nach starkem Schwitzen oder während der Periode), achten Sie auf folgende Kriterien:

  • Keine Duftstoffe (parfümfrei).
  • Keine aggressiven Tenside (wie Sodium Laureth Sulfate).
  • Angepasster pH-Wert (speziell für den Intimbereich, nicht die normale 5,5er-Seife für den Körper).

Was wirklich vor Infektionen schützt:

  • Baumwollunterwäsche: Sie ist atmungsaktiv und verhindert einen Hitzestau (Pilze lieben Wärme und Feuchtigkeit).
  • Richtiges Abwischen: Nach dem Toilettengang immer von vorne nach hinten wischen.
  • Wenig Zucker: Eine zuckerreiche Ernährung kann Pilzinfektionen begünstigen.
  • Kondome: Sie schützen vor sexuell übertragbaren Infektionen.

Fazit: Eine Intim-Waschlotion ist kein „Schutzschild“. Wer gesund ist, braucht sie nicht. Bei brennenden Schmerzen, Juckreiz oder verändertem Ausfluss sollten Sie keine Selbstmedikation mit Waschlotionen betreiben, sondern einen Frauenarzt oder eine Frauenärztin aufsuchen.