Mit welchen Methoden lässt sich alte Raufasertapete am einfachsten entfernen?

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Das Entfernen von Raufasertapete kann mühsam sein, besonders wenn sie mehrfach überstrichen wurde. Die Farbe versiegelt die Oberfläche, sodass Wasser kaum an den Kleister gelangt.

Hier sind die effektivsten Methoden, sortiert nach Aufwand und Erfolgsaussichten:

1. Die Vorbereitung: Das A und O (Die Perforation)

Egal welche Methode Sie wählen, bei überstrichener Raufaser müssen Sie die Oberfläche zerstören, damit Feuchtigkeit eindringen kann.

  • Werkzeug: Eine Stachelwalze (auch „Tapetenigel“ genannt).
  • Vorgehen: Rollen Sie mit kräftigem Druck über die gesamte Wand. Die kleinen Löcher sind der Weg für das Wasser zum Kleister.

2. Die klassische Methode: Einweichen mit Spülmittel oder Tapetenlöser

Dies ist die günstigste und am weitesten verbreitete Methode.

  • Mischung: Warmes Wasser mit einem ordentlichen Schuss Spülmittel oder (effektiver) speziellem Tapetenlöser aus dem Baumarkt.
  • Auftragen: Nutzen Sie einen großen Quast (Deckenbürste) oder eine Drucksprühflasche (Gartenspritze).
  • Der Trick: Die Tapete muss richtig nass sein. Lassen Sie das Wasser 15–30 Minuten einwirken. Wenn die Tapete stellenweise wieder trocken aussieht, sprühen Sie nach.
  • Abschaben: Sobald sich Blasen bilden, setzen Sie einen breiten Spachtel an den Nähten an und schieben die Tapete bahnenweise ab.

3. Die Profi-Methode: Der Dampftapetenablöser

Wenn Sie ganze Räume oder eine ganze Wohnung renovieren, lohnt sich diese Methode. Man kann diese Geräte oft im Baumarkt für wenig Geld leihen.

  • Funktion: Das Gerät erhitzt Wasser zu Dampf, der über eine Platte direkt in die Tapete gedrückt wird.
  • Vorteil: Der heiße Dampf löst den Kleister wesentlich schneller und tiefergehender als kaltes oder warmes Wasser. Es entsteht weniger "Pamperei" auf dem Boden, dafür ist die Luftfeuchtigkeit im Raum sehr hoch.

4. Der Geheimtipp für hartnäckige Fälle: Kleister-Wasser-Gemisch

Klingt paradox, funktioniert aber hervorragend bei extrem dicken Farbschichten:

  • Mischen Sie eine sehr dünne Lösung aus Tapetenkleister und Wasser an.
  • Streichen Sie die Wand damit ein. Der Kleister hält das Wasser länger an der Wand und verhindert, dass es sofort nach unten abläuft oder verdunstet. So hat die Feuchtigkeit mehr Zeit, durch die Farbschichten zu dringen.

Wichtige Tipps für den Erfolg:

  1. Strom ausschalten: Bevor Sie mit viel Wasser hantieren, schalten Sie die Sicherungen für den Raum aus. Entfernen Sie die Abdeckungen von Steckdosen und Lichtschaltern.
  2. Boden schützen: Legen Sie Malervlies oder dicke Pappe aus. Aufgeweichte Raufaser und Wasser ergeben eine rutschige, klebrige Masse.
  3. Geduld: Das ist der wichtigste Faktor. Wenn sich die Tapete nicht leicht lösen lässt, ist sie noch nicht nass genug. Nicht mit Gewalt trocken kratzen, sonst beschädigen Sie den Putz!
  4. Zwei Spachtel nutzen: Ein breiter Spachtel für die Fläche, ein schmaler, scharfer Spachtel für Ecken und hartnäckige Reste.

Zusammenfassend: Am einfachsten geht es mit einer Kombination aus Stachelwalze, heißem Wasser mit Tapetenlöser und ausreichend Einweichzeit. Wenn das nicht hilft, greifen Sie zum Dampfgerät.

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