Können Klimageräte auch zum Heizen verwendet werden?
Ja, absolut. Moderne Klimageräte sind im Grunde Luft-Luft-Wärmepumpen. Das bedeutet, sie können den Kühlprozess einfach umkehren.
Hier sind die wichtigsten Details dazu, wie das funktioniert, welche Vorteile es hat und worauf man achten sollte:
1. Wie funktioniert das Heizen mit der Klimaanlage?
Eine Klimaanlage funktioniert wie ein Kühlschrank: Sie entzieht der Innenraumluft Wärme und gibt sie nach draußen ab. Wenn man den Modus auf „Heizen“ stellt, wird dieser Kreislauf über ein Umkehrventil umgedreht:
- Das Gerät entzieht der Außenluft Wärme (selbst bei Minusgraden ist dort noch thermische Energie vorhanden).
- Diese Wärme wird über das Kältemittel nach innen transportiert und dort über das Innengerät an den Raum abgegeben.
2. Die Vorteile
- Hohe Effizienz: Klimageräte sind beim Heizen sehr effizient. Aus 1 kW Strom erzeugen sie oft 3 bis 5 kW Heizleistung (man spricht hier vom SCOP-Wert). Zum Vergleich: Ein herkömmlicher Elektroheizstab macht aus 1 kW Strom nur genau 1 kW Wärme.
- Schnelligkeit: Da Klimageräte die warme Luft direkt in den Raum blasen (Konvektion), wird es innerhalb weniger Minuten spürbar warm.
- Ideal für die Übergangszeit: Im Frühjahr oder Herbst, wenn es zu kalt zum Nichtstun, aber zu warm für die große Zentralheizung ist, ist die Klimaanlage perfekt, um schnell und günstig zuzuheizen.
- Luftreinigung: Während des Heizens wird die Luft durch die Filter des Innengeräts gereinigt (Staub, Pollen, teils Bakterien).
3. Die Nachteile / Einschränkungen
- Effizienzverlust bei extremer Kälte: Je kälter es draußen ist, desto schwerer fällt es der Anlage, Wärme zu entziehen. Moderne Split-Geräte heizen zwar bis zu -15 °C oder sogar -25 °C Außentemperatur, aber der Stromverbrauch steigt dann an.
- Luftzug: Da die Wärme über ein Gebläse verteilt wird, empfinden manche Menschen den Luftstrom als störend oder die Luft als trocken.
- Geräuschentwicklung: Sowohl das Innen- als auch das Außengerät machen Geräusche (Lüfter).
4. Welche Geräte eignen sich?
- Split-Geräte (fest installiert): Diese sind hervorragend zum Heizen geeignet und arbeiten sehr effizient und leise.
- Mobile Klimageräte (Monoblöcke): Es gibt mobile Geräte mit Heizfunktion, aber diese sind deutlich weniger effizient. Da sie oft mit einem Abluftschlauch arbeiten, der durch das Fenster geführt wird, strömt durch die Ritzen ständig kalte Luft von außen nach.
5. Lohnt es sich finanziell?
In vielen Fällen ja, besonders wenn:
- Man eine Photovoltaik-Anlage hat (dann heizt man mit eigenem Strom).
- Man eine alte Öl- oder Nachtspeicherheizung ersetzen oder ergänzen möchte.
- Man in der Übergangszeit die Hauptheizung später einschalten möchte.
Fazit: Wenn Sie ohnehin über die Anschaffung einer Klimaanlage nachdenken, achten Sie darauf, dass es ein Modell mit Wärmepumpenfunktion ist. In Deutschland sind das mittlerweile fast alle gängigen Split-Geräte. Sie erhalten damit ein vollwertiges, hochmodernes Heizsystem für einzelne Räume.