Können allergische Nasensprays auch vorbeugend eingesetzt werden?

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Ja, allergische Nasensprays können – und sollten in vielen Fällen – sogar ausdrücklich vorbeugend eingesetzt werden.

Dabei kommt es jedoch stark auf den Wirkstoff des Sprays an. Man unterscheidet hauptsächlich drei Gruppen:

1. Kortisonhaltige Nasensprays (Glukokortikoide)

Beispiele: Mometason, Fluticason, Beclometason

  • Vorbeugung: Diese Sprays sind die wichtigste Säule der langfristigen Behandlung. Sie wirken entzündungshemmend und unterdrücken die Überreaktion des Immunsystems.
  • Anwendung: Da sie ihre volle Wirkung erst nach einigen Tagen (ca. 3 bis 7 Tage) regelmäßiger Anwendung entfalten, ist es sehr sinnvoll, sie bereits 1–2 Wochen vor dem erwarteten Pollenflug zu benutzen.
  • Ziel: Die Nasenschleimhaut wird "unempfindlicher" gemacht, sodass die allergische Reaktion gar nicht erst voll ausbricht.

2. Mastzellstabilisatoren

Beispiel: Cromoglicinsäure (DNCG)

  • Vorbeugung: Diese Wirkstoffe funktionieren fast ausschließlich vorbeugend. Sie stabilisieren die Zellen, die das Histamin ausschütten, bevor es zur allergischen Reaktion kommt.
  • Anwendung: Man muss sie meist schon 1–2 Wochen vor dem ersten Kontakt mit dem Allergen anwenden und das mehrmals täglich (oft 4-mal am Tag). Wenn die Nase bereits stark geschwollen ist, helfen sie kaum noch.

3. Antihistaminika

Beispiele: Azelastin, Levocabastin

  • Vorbeugung: Diese Sprays wirken sehr schnell (innerhalb von 15–30 Minuten).
  • Anwendung: Man kann sie akut einsetzen, aber auch kurzfristig vorbeugend – zum Beispiel, wenn man weiß, dass man in einer Stunde jemanden besucht, der eine Katze hat, oder wenn man einen Spaziergang über eine blühende Wiese plant.

Wichtige Unterscheidung: Vorsicht bei „abschwellenden“ Sprays!

Verwechseln Sie allergische Nasensprays niemals mit normalen abschwellenden Nasensprays (mit Wirkstoffen wie Xylometazolin oder Oxymetazolin).

  • Diese dürfen keinesfalls vorbeugend oder länger als 7 Tage am Stück angewendet werden, da sie sehr schnell abhängig machen und die Nasenschleimhaut schädigen (Privatismus/Stinknase).

Fazit: Was ist zu empfehlen?

  • Bei Heuschnupfen: Starten Sie mit einem kortisonhaltigen Spray bereits ein paar Tage bevor „Ihre“ Pollen fliegen. Das ist oft effektiver, als zu warten, bis die Beschwerden unerträglich sind.
  • Bei Tierhaarallergie: Ein Antihistaminikum-Spray ca. 30 Minuten vor dem Kontakt nutzen.

Hinweis: Diese Informationen dienen der allgemeinen Aufklärung und ersetzen keine ärztliche Beratung. Besprechen Sie die Anwendung am besten mit Ihrem Arzt oder Apotheker.