Kann man mehrere Bluetooth-Lautsprecher miteinander koppeln?

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Ja, das ist möglich, aber es hängt stark von der Marke, dem Modell und der verwendeten Technik ab. Es gibt verschiedene Wege, wie man mehrere Bluetooth-Lautsprecher gleichzeitig nutzen kann:

1. Herstellereigene Standards (Die einfachste Methode)

Die meisten großen Hersteller haben eigene Technologien entwickelt, um ihre eigenen Lautsprecher miteinander zu vernetzen. Der Nachteil: Meistens müssen die Lautsprecher von derselben Marke sein.

  • JBL: Nutzt Standards wie „PartyBoost“, „Connect+“ oder den älteren „Connect“. Damit lassen sich bei neueren Modellen bis zu 100 Lautsprecher koppeln. (Wichtig: PartyBoost-Geräte sind meist nicht mit Connect+-Geräten kompatibel).
  • Bose: Verwendet die „Bose Connect App“ (Party-Modus oder Stereo-Modus) oder bei neueren Smart-Speakern die „SimpleSync“-Technologie.
  • Sony: Nutzt „Party Connect“ oder „Wireless Party Chain“.
  • Ultimate Ears (UE): Über die App lässt sich die Funktion „PartyUp“ nutzen, um sehr viele Lautsprecher (z. B. Boom, Megaboom) zu verbinden.
  • Marshall: Nutzt den sogenannten „Stack Mode“.

2. Funktionen des Smartphones/Senders

Manchmal übernimmt das Quellgerät (Handy oder PC) die Arbeit:

  • Samsung „Dual Audio“: Viele Samsung-Smartphones (seit Galaxy S8) können zwei Bluetooth-Geräte gleichzeitig mit Ton versorgen. Dabei ist es egal, von welcher Marke die Lautsprecher sind.
  • Apple (iPhone): Mit der Funktion „Audiofreigabe“ kann man zwei Paare AirPods oder kompatible Beats-Kopfhörer gleichzeitig nutzen. Für normale Bluetooth-Lautsprecher gibt es keine native systemweite Lösung für zwei verschiedene Marken gleichzeitig.
  • PC/Mac: Am Mac kann man über das „Audio-MIDI-Setup“ ein „Gerät mit mehreren Ausgängen“ erstellen. Unter Windows ist dies ohne Zusatzsoftware oft schwierig.

3. Neuer Standard: Bluetooth Auracast

Dies ist die Zukunft des Bluetooth-Audio-Sharings. Mit dem neuesten Standard (Bluetooth 5.2 oder höher und LE Audio) können Sender (Handy, TV) unbegrenzt viele Empfänger in der Nähe ansprechen – ähnlich wie ein Radiosender. Erste Geräte (z.B. JBL Xtreme 4) unterstützen dies bereits.

4. Stereo-Pairing (TWS - True Wireless Stereo)

Viele günstige oder mittelpreisige Lautsprecher bieten „TWS“. Das bedeutet, man kann zwei identische Lautsprecher koppeln, sodass einer den linken und einer den rechten Kanal übernimmt. Das funktioniert meistens nur mit zwei Lautsprechern desselben Modells.

5. Apps von Drittanbietern

Es gibt Apps wie „AmpMe“, mit denen man mehrere Smartphones synchronisieren kann, die dann jeweils einen Bluetooth-Lautsprecher ansteuern. Das ist jedoch oft etwas umständlich und kann Latenzprobleme (Zeitverzögerung) haben.

Zusammenfassung: Was muss man beachten?

  1. Markentreue: Am besten funktioniert es, wenn alle Lautsprecher vom selben Hersteller sind und denselben Standard (z. B. JBL PartyBoost) unterstützen.
  2. Latenz: Wenn man verschiedene Marken mischt (z. B. über spezielle Apps), kann es sein, dass der Ton nicht ganz synchron ist.
  3. Abwärtskompatibilität: Nur weil zwei Lautsprecher von JBL sind, heißt das nicht, dass sie sich koppeln lassen, wenn einer 5 Jahre älter ist als der andere.

Tipp: Wenn du planst, ein System aus mehreren Lautsprechern aufzubauen, solltest du dich vor dem Kauf für eine Marke entscheiden und prüfen, welchen Verbindungsstandard diese aktuell nutzt.