Kann eine Überdosierung von Vitamin C zu Nierensteinen führen?

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Ja, eine Überdosierung von Vitamin C kann das Risiko für Nierensteine erhöhen. Hier ist die Erklärung, wie das zusammenhängt und worauf man achten sollte:

1. Der biologische Mechanismus

Vitamin C (Askorbinsäure) ist wasserlöslich. Wenn der Körper mehr aufnimmt, als er verwerten kann, wird der Überschuss über die Nieren mit dem Urin ausgeschieden. Ein Teil dieses überschüssigen Vitamin C wird im Körper jedoch zu Oxalsäure (Oxalat) abgebaut.

Die häufigste Form von Nierensteinen besteht aus Calciumoxalat. Wenn die Konzentration von Oxalat im Urin steigt, kann es sich mit Calcium verbinden und Kristalle bilden, die dann zu Nierensteinen heranwachsen.

2. Was sagt die Wissenschaft?

Studien haben gezeigt, dass die Einnahme von hochdosierten Vitamin-C-Präparaten (insbesondere über 1.000 mg pro Tag) das Risiko für Nierensteine signifikant erhöhen kann:

  • Erhöhtes Risiko: Eine groß angelegte schwedische Studie ergab, dass Männer, die regelmäßig hochdosierte Vitamin-C-Präparate einnahmen, ein etwa doppelt so hohes Risiko für Nierensteine hatten wie Männer, die keine Supplemente nahmen.
  • Geschlechterunterschiede: Interessanterweise scheint dieser Zusammenhang bei Männern deutlicher ausgeprägt zu sein als bei Frauen, wobei die Gründe dafür noch nicht vollständig geklärt sind.

3. Ab welcher Menge wird es kritisch?

  • Tagesbedarf: Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt für Erwachsene etwa 95 bis 110 mg Vitamin C pro Tag. Dies lässt sich leicht über eine normale Ernährung (Obst und Gemüse) decken.
  • Grenzwerte: Die europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) sieht Mengen bis zu 1.000 mg pro Tag bei gesunden Erwachsenen meist als unbedenklich an. Problematisch wird es oft erst bei langfristiger Einnahme von Präparaten, die 1.000 mg, 2.000 mg oder mehr enthalten („Hochdosis-Therapie“).

4. Wer ist besonders gefährdet?

Das Risiko ist nicht für jeden gleich hoch. Besonders vorsichtig sollten sein:

  • Personen, die bereits einmal Nierensteine hatten.
  • Menschen mit Nierenerkrankungen (da die Niere den Überschuss nicht effizient ausscheiden kann).
  • Menschen mit einer genetischen Veranlagung zur erhöhten Oxalatbildung.

5. Vitamin C aus Lebensmitteln vs. Nahrungsergänzungsmittel

Es ist fast unmöglich, eine gefährliche Menge Vitamin C allein durch natürliche Lebensmittel (wie Orangen, Paprika oder Brokkoli) zu sich zu nehmen. Die Gefahr geht fast ausschließlich von Nahrungsergänzungsmitteln (Brausetabletten, Pulver, Kapseln) aus.

Fazit

Eine kurzfristige Einnahme von etwas mehr Vitamin C (z. B. bei einer Erkältung) ist für gesunde Menschen meist unproblematisch. Wer jedoch zu Nierensteinen neigt oder dauerhaft sehr hohe Dosen supplementiert, erhöht sein Risiko deutlich.

Empfehlung: Wenn Sie Supplemente einnehmen möchten, halten Sie sich an Dosen unter 1.000 mg und achten Sie auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr (Wasser), um die Nieren gut zu spülen. Bei Vorerkrankungen der Nieren sollten Sie dies immer mit einem Arzt absprechen.

Hinweis: Diese Informationen dienen der allgemeinen Aufklärung und ersetzen keine ärztliche Beratung.

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