In welcher Form wurde Lakritz vor seinem Siegeszug als Süßware primär in Apotheken verkauft?
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Vor seinem Siegeszug als Süßware wurde Lakritz in Apotheken primär in Form von harten Stangen oder Blöcken verkauft.
Hier sind die Details zu dieser Darreichungsform:
- Succus Liquiritiae (Süßholzsaft): Dies ist der pharmazeutische Fachbegriff für den eingedickten und getrockneten Extrakt der Süßholzwurzel. Um ihn herzustellen, wurden die Wurzeln ausgekocht und die Flüssigkeit so lange eingedampft, bis eine zähe, schwarze Masse entstand, die beim Abkühlen steinhart wurde.
- Stangenlakritz: In den Apotheken wurde dieser Extrakt meist in Form von glänzenden, schwarzen Stangen (oft mit einem eingestempelten Siegel des Herstellers) gelagert.
- Verwendung: Der Apotheker brach Stücke von diesen harten Blöcken ab oder rieb sie zu Pulver. Die Kunden kauften die Stücke, um sie entweder pur zu lutschen (gegen Husten und Heiserkeit) oder um sie in Wasser aufzulösen, um einen Heiltrank für Magenbeschwerden oder Atemwegserkrankungen herzustellen.
- Apotheker-Lakritz: Auch heute noch findet man in Apotheken oft „echtes“ Lakritz, das einen deutlich höheren Glycyrrhizin-Gehalt hat als die herkömmliche Supermarkt-Süßware und meist in Form von kleinen, harten Rauten oder Pastillen verkauft wird.
Der Übergang zur Süßigkeit geschah erst später, als man begann, den Extrakt mit Zucker, Mehl (Stärke), Gelatine und Aromen zu mischen, um die weichere und süßere Konsistenz zu erhalten, die wir heute kennen.