Gibt es umweltfreundliche oder kompostierbare Alternativen zu herkömmlichen Kapseln?
Ja, es gibt mittlerweile eine ganze Reihe von umweltfreundlicheren Alternativen zu den herkömmlichen Kapseln aus Aluminium oder Plastik. Man kann sie grob in zwei Kategorien einteilen: wiederbefüllbare Kapseln (Zero Waste) und kompostierbare Einwegkapseln.
Hier ist ein Überblick über die Möglichkeiten:
1. Wiederbefüllbare Kapseln (Edelstahl oder Kunststoff)
Dies ist die nachhaltigste Option, da überhaupt kein Müll entsteht (außer dem Kaffeesatz, der ein super Dünger ist).
- Funktionsweise: Du kaufst eine Kapsel aus Edelstahl (oder BPA-freiem Kunststoff), füllst dein eigenes Kaffeepulver hinein, drückst es fest und verschließt die Kapsel.
- Vorteile:
- Müllvermeidung: Hält jahrelang.
- Kosten: Deutlich günstiger pro Tasse (man zahlt nur für das Kaffeepulver).
- Freie Wahl: Du kannst jede Kaffeesorte und jeden Röstgrad verwenden.
- Nachteile:
- Etwas mehr Aufwand (Befüllen und Reinigen).
- Man muss den richtigen Mahlgrad finden, damit der Kaffee nicht zu dünn wird.
- Bekannte Anbieter: WayCap, My Coffee Star, Crema Rosso.
2. Kompostierbare Einwegkapseln
Diese Kapseln bestehen aus organischen Materialien und sollen sich nach der Benutzung zersetzen.
- Materialien: Oft aus Holzfasern (Restholz), Maisstärke (PLA) oder Papierverbindungen.
- Vorteile:
- Genauso bequem wie herkömmliche Kapseln.
- Kein Aluminium oder erdölbasiertes Plastik.
- Nachteile (Wichtig!):
- Industrielle Kompostierung: Die meisten dieser Kapseln sind nur "industriell kompostierbar" (Norm EN 13432). Das bedeutet, sie brauchen Hitze und Bedingungen, die im heimischen Gartenkompost nicht herrschen.
- Entsorgungsproblem: Viele Entsorgungsbetriebe sortieren diese Kapseln trotzdem aus und verbrennen sie, weil sie sie auf den ersten Blick nicht von Plastik unterscheiden können oder sie zu lange zum Verrotten brauchen.
- Bekannte Anbieter:
- Rezemo: Kapseln aus heimischem Holz (Hobelspäne).
- CoffeeB: Ein ganz neues System (Migros), bei dem der Kaffee in einem fest gepressten "Coffee Ball" ohne Kapselhülle kommt (benötigt aber eine eigene Maschine).
- The Green Coffee Company oder Eigenmarken von Bio-Märkten (z.B. Alnatura).
3. Kapseln aus recyceltem Aluminium
Wenn es doch Einweg sein muss, ist Aluminium zumindest theoretisch unendlich oft recycelbar – allerdings ist die Gewinnung von neuem Aluminium extrem energieintensiv und umweltschädlich.
- Vorteil: Bessere Barriere-Eigenschaften (der Kaffee bleibt länger frisch ohne zusätzliche Umverpackung).
- Wichtig: Sie müssen zwingend im Gelben Sack/der Gelben Tonne landen, damit sie recycelt werden können.
Worauf solltest du beim Kauf achten?
- Systemkompatibilität: Prüfe genau, ob die Alternative für deine Maschine (Nespresso, Dolce Gusto, Tassimo etc.) geeignet ist.
- Zertifizierung: Achte auf Siegel wie "Heimkompostierbar" (OK compost HOME), wenn du sie wirklich im Garten entsorgen willst.
- Zusatzverpackung: Manche Öko-Kapseln sind einzeln nochmals in Plastik eingepackt, um das Aroma zu halten – das macht den Umweltvorteil oft wieder zunichte.
Mein Tipp für den Einstieg:
Wenn du den Müll radikal reduzieren willst, probiere eine Edelstahlkapsel. Wenn dir das zu mühsam ist, sind die Holzkapseln von Rezemo eine der ökologisch sinnvollsten Einweg-Lösungen, da sie auf regionalen Rohstoffen basieren.
Noch ein Hinweis: Die umweltfreundlichste Art, Kaffee zu trinken, bleibt die French Press, der klassische Espressokocher (Herdkanne) oder der Handfilter – ganz ohne Kapselsystem.