Gibt es spezielle Pflasterformen für Gelenke oder Fingerkuppen?

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Ja, es gibt definitiv spezielle Pflasterformen für diese anatomisch schwierigen Stellen. Herkömmliche Pflasterstreifen lösen sich an Gelenken oder Fingerkuppen meist sehr schnell ab, da sie die Bewegung nicht mitmachen oder an den Rundungen Falten werfen.

Hier sind die gängigsten Spezialformen:

1. Fingerkuppenpflaster (Schmetterlingsform)

Diese Pflaster haben oft eine Form, die an einen Schmetterling oder einen Propeller erinnert.

  • Anwendung: Das Mittelstück wird auf die Wunde an der Fingerspitze gelegt. Die seitlichen „Flügel“ werden dann kreuzweise um den Finger gewickelt.
  • Vorteil: Es umschließt die Fingerkuppe komplett, ohne dass oben ein „Hütchen“ absteht, und sitzt sehr fest, auch bei mechanischer Belastung.

2. Fingergelenkpflaster (H-Form)

Diese Pflaster sind wie ein großes „H“ geschnitten.

  • Anwendung: Das Mittelstück liegt auf dem Gelenk. Die vier Enden (die Schenkel des H) werden oberhalb und unterhalb des Gelenks um den Finger geklebt.
  • Vorteil: Die Gelenkbeuge bleibt frei oder wird weniger eingeschränkt. Da das Pflaster nicht direkt über die Beugefalte geklebt wird, löst es sich beim Abknicken des Fingers nicht ab.

3. Extra lange Fingerstrips

Dabei handelt es sich um sehr lange, schmale Streifen (oft 12 cm oder länger).

  • Anwendung: Man wickelt sie mehrfach um den Finger.
  • Vorteil: Durch die mehrfache Überlappung halten sie deutlich besser als kurze Strips, besonders wenn man viel mit den Händen arbeitet.

4. Elastische Pflaster (Meterware oder Strips)

Für Gelenke (Knie, Ellenbogen) ist weniger die Form als das Material entscheidend.

  • Material: Achten Sie auf „querelastisches“ Gewebe (meist Textilpflaster).
  • Tipp für Knie/Ellenbogen: Wenn Sie nur ein normales, breites Pflaster haben, schneiden Sie die Klebeenden in der Mitte der Länge nach ein paar Zentimeter ein (V-Schnitt). Die so entstehenden Flügel können Sie dann über Kreuz festkleben, was die Beweglichkeit erhöht.

Wo findet man diese?

In Drogerien oder Apotheken gibt es meist spezielle „Finger-Sets“. Diese enthalten eine Mischung aus Fingerkuppen-, Gelenk- und Langstrips.

Alternative: Sprühpflaster oder Flüssigpflaster

Bei kleinen Schnittwunden oder Abschürfungen an schwierigen Stellen (z. B. Knöchel oder Fingerzwischenräume) eignet sich auch ein Sprühpflaster. Es legt sich wie eine zweite Haut über die Stelle und macht jede Bewegung mit. Achtung: Brennt kurz beim Auftragen und ist nicht für stark blutende Wunden geeignet.

Zusatz-Tipp: Wenn ein Pflaster am Finger wirklich wasserfest und sicher halten soll, kann man einen Fingerling (aus Latex oder Nitril) darüber ziehen, besonders beim Kochen oder Putzen.