Gibt es mittlerweile umweltfreundliche oder kompostierbare Klebefilme?
Ja, mittlerweile gibt es eine ganze Reihe von umweltfreundlichen Alternativen zum klassischen Plastik-Klebestreifen. Man unterscheidet dabei meist zwischen bio-basierten (aus nachwachsenden Rohstoffen) und kompostierbaren Produkten.
Hier ist ein Überblick über die gängigsten Varianten:
1. Zellulose-Klebefilm (Der Klassiker in "Bio")
Dies ist die am weitesten verbreitete umweltfreundliche Alternative für das Büro oder zu Hause.
- Material: Der Träger besteht aus Zellulose (gewonnen aus Holz/Zellstoff) statt aus Polypropylen (PP) oder PVC.
- Kleber: Meist wird Naturkautschuk verwendet.
- Eigenschaften: Er ist transparent (oft leicht gelblich), reißfest und meist von Hand abreißbar.
- Bekannte Produkte:
- tesafilm® eco & bio: Besteht laut Hersteller zu 56 % aus bio-basierten Materialien, der Kleber ist lösungsmittelfrei.
- monta biopack®: Ein industriell kompostierbarer Klebefilm aus zertifizierter nachhaltiger Forstwirtschaft.
2. Papier-Klebestreifen
Besonders beim Verpacken von Paketen haben sich Papier-Klebebänder durchgesetzt.
- Material: Unbeschichtetes Papier.
- Kleber: Naturkautschuk oder Kartoffelstärke (bei Nassklebeband).
- Vorteil: Sie können zusammen mit dem Karton im Altpapier entsorgt werden, da die Papierfasern im Recyclingprozess wiedergewonnen werden können.
3. Kompostierbare Folien (PLA)
Es gibt Klebefilme, die aus Polymilchsäure (PLA) bestehen, die aus Maisstärke oder Zuckerrohr gewonnen wird.
- Zertifizierung: Achten Sie auf das Siegel „OK compost HOME“ (für den Gartenkompost) oder „OK compost INDUSTRIAL“ (für die industrielle Kompostierung).
- Marken: Hersteller wie BioBiene oder spezialisierte Öko-Versandhändler führen solche „Bio-Tapes“.
4. Washi Tape (Reispapier)
Ursprünglich aus Japan stammend, besteht echtes Washi Tape aus Pflanzenfasern (z.B. Bambus oder Hanf). Es ist meist biologisch abbaubar und wird mit lösungsmittelfreiem Kleber beschichtet. Es ist allerdings eher dekorativ und nicht so stark klebend wie Industriefilm.
Wichtige Fakten zur Entsorgung
Obwohl viele dieser Produkte als „kompostierbar“ beworben werden, gibt es in der Praxis ein paar Haken:
- Heimkompost vs. Industriekompost: Die meisten Bio-Klebefilme bauen sich nur unter industriellen Bedingungen (hohe Hitze, Feuchtigkeit) schnell ab. Auf dem heimischen Komposthaufen dauert es oft Jahre.
- Bio-Tonne: In Deutschland dürfen „kompostierbare Kunststoffe“ oft nicht in die Biotonne, da die Entsorger sie nicht von herkömmlichem Plastik unterscheiden können und sie deshalb aussortieren.
- Restmüll: Wenn ein Klebefilm aus Zellulose oder PLA im Restmüll landet und verbrannt wird, ist er dennoch umweltfreundlicher, da er CO2-neutraler ist als erdölbasiertes Plastik.
- Altpapier: Klebefilme auf Papierbasis oder dünne Zellulosefilme auf Kartons sind für das Papierrecycling meist kein Problem, da die Klebstoffe in den modernen Recyclinganlagen herausgefiltert („gescreent“) werden.
Fazit: Was soll man kaufen?
- Für den Büroalltag: Ein Zellulose-Klebefilm (wie tesa eco & bio oder monta) ist der beste Kompromiss aus Funktionalität und Ökologie.
- Für Pakete: Greifen Sie zu Papier-Klebeband.
- Für Geschenke: Washi Tape oder Zellulose-Film sind gute Optionen.
Achten Sie beim Kauf auf Begriffe wie "lösungsmittelfrei", "Naturkautschuk" und "Zellulose".