Gibt es Inhaltsstoffe in Nachtcremes, die die Haut lichtempfindlich machen?

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Ja, es gibt einige Inhaltsstoffe, die häufig in Nachtcremes enthalten sind und die Haut lichtempfindlicher (photosensibel) machen. Das ist auch der Hauptgrund, warum diese Produkte explizit für die Anwendung am Abend empfohlen werden.

Hier sind die wichtigsten Wirkstoffe, bei denen du vorsichtig sein solltest:

1. Retinoide (Vitamin A-Derivate)

Dies ist die bekannteste Gruppe von Inhaltsstoffen, die lichtempfindlich machen. Dazu gehören Retinol, Retinal, Tretinoin oder Adapalen.

  • Warum? Retinoide kurbeln die Zellerneuerung massiv an. Die neuen Hautzellen an der Oberfläche sind noch sehr dünn und haben keinen natürlichen Eigenschutz gegen UV-Strahlen. Zudem ist Retinol selbst lichtlabil, das heißt, es zerfällt bei Tageslicht und verliert seine Wirkung.

2. Alpha-Hydroxysäuren (AHA)

Diese chemischen Peelings werden oft zur Hautverfeinerung in Nachtcremes verwendet. Bekannte Vertreter sind:

  • Glykolsäure (Glycolic Acid)
  • Milchsäure (Lactic Acid)
  • Mandelsäure (Mandelic Acid)
  • Warum? AHAs lösen die oberste, verhornte Hautschicht (die abgestorbenen Hautschüppchen) ab. Dadurch wird die Haut glatter, aber eben auch schutzloser gegenüber der Sonne. Studien zeigen, dass die Lichtempfindlichkeit der Haut durch AHA-Produkte um bis zu 50 % steigen kann.

3. Beta-Hydroxysäuren (BHA)

Dazu gehört vor allem die Salicylsäure, die oft in Nachtpflege für unreine Haut steckt.

  • Warum? Obwohl BHA etwas weniger photosensibilisierend wirkt als AHA, peelt es dennoch die Hautoberfläche und macht sie dadurch anfälliger für Sonnenschäden.

4. Benzoylperoxid (BPO)

Oft in medizinischen Nachtcremes gegen Akne enthalten.

  • Warum? Es kann die Hautbarriere schwächen und Reizungen verursachen, die durch UV-Strahlung verstärkt werden.

5. Bestimmte ätherische Öle (Zitrusöle)

In Naturkosmetik-Nachtcremes finden sich manchmal ätherische Öle aus Zitrone, Bergamotte, Orange oder Limette.

  • Warum? Diese enthalten Furocoumarine (z. B. Bergapten). Wenn diese Stoffe auf die Haut gelangen und mit UV-Licht reagieren, kann es zu phototoxischen Reaktionen kommen (schwere Verbrennungen oder Pigmentflecken).

6. Hydrochinon

Ein Wirkstoff zur Aufhellung von Pigmentflecken.

  • Warum? Es hemmt die Melaninproduktion. Da Melanin der natürliche Schutzmechanismus der Haut gegen UV-Strahlen ist, wird die Haut extrem anfällig für Sonnenbrand.

Was solltest du beachten?

Wenn du eine Nachtcreme mit diesen Inhaltsstoffen verwendest, gelten zwei goldene Regeln:

  1. Sonnenschutz am nächsten Morgen: Das ist absolut Pflicht! Selbst wenn es bewölkt ist oder du dich überwiegend drinnen aufhältst. Da die Haut durch die Wirkstoffe (besonders Retinol und Säuren) dünner und empfindlicher geworden ist, riskierst du sonst vorzeitige Hautalterung und Pigmentflecken. Ein LSF von mindestens 30 (besser 50) ist ratsam.
  2. Einschleichen: Gewöhne deine Haut langsam an diese Wirkstoffe (z. B. erst nur 2-mal pro Woche), um Reizungen zu minimieren.

Zusammenfassend: Wirkstoffe wie Retinol und AHAs sind hervorragend für die Hauterneuerung, "öffnen" die Haut aber für UV-Schäden. Sonnenschutz am Tag ist bei Verwendung solcher Nachtcremes das wichtigste Anti-Aging-Mittel.