Gibt es einen Zusammenhang zwischen Nasenspray-Gebrauch und dem Verlust des Geruchssinns?
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Ja, es besteht ein Zusammenhang zwischen dem Gebrauch von Nasenspray und dem Verlust des Geruchssinns (Anosmie oder Hyposmie). Dabei muss man jedoch zwischen verschiedenen Arten von Nasensprays und den Ursachen der Anwendung unterscheiden.
Hier sind die wichtigsten Aspekte des Zusammenhangs:
1. Abschwellende Nasensprays (Sympathomimetika)
Dies sind die gängigsten Sprays (Wirkstoffe wie Xylometazolin oder Oxymetazolin), die man bei Erkältungen nutzt.
- Der Rebound-Effekt (Privinismus): Werden diese Sprays länger als eine Woche angewendet, gewöhnt sich die Schleimhaut daran. Wenn die Wirkung nachlässt, schwillt die Schleimhaut noch stärker an als zuvor.
- Chronische Schädigung: Langfristiger Missbrauch führt zur sogenannten „Privinismus-Nase“ oder einer atrophischen Rhinitis (im Volksmund „Stinknase“). Dabei bildet sich die Nasenschleimhaut zurück, sie wird dünner und schlechter durchblutet. Da die Riechnerven in der Schleimhaut liegen, können diese dauerhaft geschädigt werden, was zu einem teilweisen oder vollständigen Verlust des Geruchssinns führt.
- Indirekter Effekt: Wenn die Nase durch den Gewöhnungseffekt dauerhaft verstopft ist, können Duftstoffe die Riechschleimhaut gar nicht erst erreichen.
2. Zinkhaltige Nasensprays (Gefahr der direkten Toxizität)
Dies ist ein historisch und international wichtiges Thema:
- In der Vergangenheit (vor allem in den USA, z. B. Produkte wie Zicam) gab es Nasensprays, die Zinkgluconat enthielten.
- Es wurde festgestellt, dass Zinkionen direkt toxisch auf die Riechnervenzellen wirken können. Dies führte bei vielen Anwendern zu einem dauerhaften und irreversiblen Verlust des Geruchssinns. In Deutschland sind solche zinkhaltigen Sprays für die Anwendung in der Nase unüblich bzw. aufgrund dieser Risiken kritisch zu sehen.
3. Verwechslung von Ursache und Wirkung
Oft korreliert der Verlust des Geruchssinns mit dem Nasenspray-Gebrauch, ohne dass das Spray die direkte Ursache ist:
- Infekte: Viele Menschen nutzen Nasenspray, weil sie eine schwere Erkältung oder Grippe haben. Viren (wie Rhinoviren, Influenza oder SARS-CoV-2) können die Riechnerven direkt schädigen. Der Anwender glaubt dann fälschlicherweise, das Spray sei schuld am Geruchsverlust, obwohl es der Virus war.
- Nasenpolypen/Allergien: Hier wird oft Spray genutzt, aber die Grunderkrankung selbst sorgt dafür, dass man nichts mehr riecht.
4. Positive Wirkung: Kortisonhaltige Nasensprays
Interessanterweise gibt es auch einen Zusammenhang im positiven Sinne:
- Bei entzündungsbedingtem Geruchsverlust (z. B. durch Allergien oder chronische Sinusitis) verschreiben Ärzte oft kortisonhaltige Nasensprays. Diese reduzieren die Schwellung und Entzündung und helfen in vielen Fällen, den Geruchssinn wiederherzustellen.
Fazit und Empfehlungen
- Dauer der Anwendung: Abschwellende Nasensprays sollten niemals länger als 5 bis 7 Tage am Stück verwendet werden.
- Entwöhnung: Wenn bereits eine Abhängigkeit besteht, sollte man versuchen, diese durch „Einloch-Entwöhnung“ oder den Umstieg auf Meerwasser-/Kortisonsprays zu beenden, um dauerhafte Schäden an der Schleimhaut und den Riechnerven zu verhindern.
- Arztbesuch: Wenn ein Geruchsverlust auftritt, der länger als zwei Wochen anhält, sollte unbedingt ein HNO-Arzt aufgesucht werden, um die Ursache (Virus, Polypen oder Schleimhautschaden) zu klären.
Hinweis: Diese Informationen dienen der allgemeinen Aufklärung und ersetzen keine ärztliche Beratung.