Erhöhen Schmutzfänger am Auto den Kraftstoffverbrauch durch einen höheren Luftwiderstand?
Ja, Schmutzfänger erhöhen den Kraftstoffverbrauch, da sie den Luftwiderstand des Fahrzeugs negativ beeinflussen.
Hier ist die detaillierte Erklärung, warum das so ist und wie groß der Effekt tatsächlich ausfällt:
1. Verschlechterung des Luftwiderstandsbeiwerts ($c_w$-Wert)
Moderne Autos sind aerodynamisch so optimiert, dass die Luft möglichst glatt um die Karosserie und die Räder geleitet wird. Schmutzfänger wirken physikalisch wie kleine Bremsfallschirme:
- Sie vergrößern die Stirnfläche des Fahrzeugs (wenn auch nur geringfügig).
- Viel entscheidender ist jedoch, dass sie den Luftstrom unterbrechen. Anstatt dass die Luft sauber an den Radhäusern vorbeiströmt, trifft sie auf die senkrecht stehenden Flächen der Schmutzfänger. Dies erzeugt Turbulenzen (Verwirbelungen), die das Auto bremsen.
2. Die Rolle der Geschwindigkeit
Der Luftwiderstand steigt im Quadrat zur Geschwindigkeit. Das bedeutet:
- Im Stadtverkehr: Bei niedrigen Geschwindigkeiten (bis 50 km/h) ist der zusätzliche Verbrauch durch Schmutzfänger praktisch nicht messbar.
- Auf der Autobahn: Bei 120 km/h oder schneller macht sich der erhöhte Widerstand deutlicher bemerkbar. Hier muss der Motor spürbar mehr Arbeit leisten, um den Windwiderstand der „Lappen“ zu überwinden.
3. Wie hoch ist der Mehrverbrauch?
In der Praxis ist der Effekt für den normalen Autofahrer zwar vorhanden, aber meist gering:
- Schätzungen und Windkanaltests zeigen, dass der Mehrverbrauch je nach Fahrzeugmodell und Größe der Schmutzfänger etwa zwischen 0,5 % und 2 % liegen kann.
- In Litern ausgedrückt: Bei einem Auto, das 7 Liter auf 100 km verbraucht, entspräche das etwa 0,05 bis 0,15 Litern mehr auf 100 Kilometern.
4. Ein interessanter Gegensatz: "Aero-Flaps"
Interessanterweise haben viele moderne Autos (besonders Elektroautos) winzige, nach unten gerichtete Plastikkanten vor den Rädern. Diese sehen aus wie kleine Schmutzfänger, dienen aber dem gegenteiligen Zweck: Sie leiten die Luft gezielt um die rotierenden Reifen herum, um den Luftwiderstand zu senken. Echte Schmutzfänger sitzen jedoch hinter dem Rad und bewirken das Gegenteil.
Abwägung: Nutzen vs. Kosten
Obwohl Schmutzfänger den Verbrauch leicht erhöhen, haben sie auch Vorteile, die indirekt Geld sparen können:
- Lackschutz: Sie verhindern, dass Steinchen und Rollsplitt den Lack an den Schwellern und Türen beschädigen (Vermeidung von Rost).
- Sauberkeit: Das Heck des Autos und die Heckscheibe verschmutzen weniger stark, was den Einsatz der Waschanlage und des Heckscheibenwischers reduziert.
Fazit: Ja, sie kosten etwas mehr Kraftstoff, aber der Unterschied ist im Alltag so gering, dass die Schutzfunktion für den Lack oft als wichtiger erachtet wird. Wer jedoch ein absolutes "Spritspar-Auto" (Hypermailing) optimieren will, sollte auf Schmutzfänger verzichten.