Eignet sich Stückseife auch für die Reinigung von Gesicht und Haaren?
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Die kurze Antwort lautet: Es kommt auf die Art der Seife und Ihren Haut- bzw. Haartyp an.
Man muss hier strikt zwischen klassischer Seife und festen Reinigungsprodukten (Syndets) unterscheiden. Hier ist eine detaillierte Analyse:
1. Stückseife für das Gesicht
Das Gesicht hat eine empfindlichere Hautbarriere als der restliche Körper.
- Das Problem mit klassischer Seife: Herkömmliche Stückseife ist alkalisch (pH-Wert meist zwischen 8 und 10). Die Haut hat jedoch einen natürlichen Säureschutzmantel mit einem pH-Wert von ca. 5,5. Klassische Seife kann diesen Schutzmantel stören, was zu Trockenheit, Spannungsgefühlen und Reizungen führt.
- Wann es geeignet ist:
- Wenn es sich um spezielle Gesichtsseifen handelt, die stark „überfettet“ sind (d. h. viele pflegende Öle enthalten, die nicht verseift wurden).
- Wenn es ein „Syndet“ (festes Waschstück) ist. Diese sehen aus wie Seife, sind aber chemisch gesehen feste Reinigungsmittel mit einem hautneutralen pH-Wert.
- Empfehlung: Bei fettiger Haut kann Seife kurzzeitig helfen, bei trockener oder sensibler Haut ist von klassischer Seife im Gesicht eher abzuraten.
2. Stückseife für die Haare
Hier gibt es zwei völlig unterschiedliche Produkte, die oft verwechselt werden: Haarseife und Festes Shampoo.
A. Haarseife (echte Seife)
- Was es ist: Verseifte Fette und Öle.
- Anwendung: Sie ist gewöhnungsbedürftig. Da sie alkalisch ist, raut sie die Schuppenschicht der Haare auf.
- Wichtig: Nach dem Waschen mit Haarseife ist oft eine „saure Rinse“ (eine Mischung aus Wasser und Apfelessig oder Zitronensaft) nötig. Diese schließt die Schuppenschicht wieder und verhindert „Kalkseife“ (weißliche Rückstände im Haar), besonders bei hartem Wasser.
- Ergebnis: Die Haare fühlen sich oft griffiger und voluminöser an, können aber bei falscher Anwendung strohig wirken.
B. Festes Shampoo (keine Seife)
- Was es ist: Im Grunde flüssiges Shampoo, dem das Wasser entzogen wurde. Es basiert auf Tensiden (wie flüssiges Shampoo) und ist meist pH-hautneutral.
- Anwendung: Genau wie normales Shampoo. Einschäumen, ausspülen, fertig. Eine saure Rinse ist nicht nötig.
- Ergebnis: Das Haar fühlt sich an wie nach einer Wäsche mit herkömmlichem Shampoo.
Zusammenfassung: Worauf sollten Sie achten?
- Unterscheiden Sie Seife von Syndets: Schauen Sie auf die Verpackung. Wenn Begriffe wie „pH-hautneutral“ fallen, handelt es sich meist um ein Syndet, das für Gesicht und Haare unkomplizierter ist.
- Überfettung: Wenn Sie echte Seife nutzen wollen, achten Sie auf einen hohen Überfettungsgrad (für das Gesicht oft 7-15 %).
- Wasserhärte: Wenn Sie in einer Region mit sehr kalkhaltigem Wasser wohnen, ist echte Seife für die Haare schwierig, da sich Kalkseife bildet, die das Haar stumpf macht. Hier ist festes Shampoo die bessere Wahl.
- Eingewöhnungszeit: Haut und Haare brauchen oft 2 bis 4 Wochen, um sich an die Umstellung von industriellen Flüssigprodukten auf echte Seife zu gewöhnen.
Fazit: Für die Haare ist festes Shampoo meist die bessere und einfachere Wahl. Für das Gesicht sind spezielle Gesichts-Syndets oder sehr milde, handgesiedete Naturseifen geeignet, sofern man danach die Pflege anpasst. Normale „Handseife“ aus dem Supermarkt ist für beides meist zu aggressiv.