Besteht bei Wundschutzcremes in Tuben oder Tiegeln ein Risiko für bakterielle Verunreinigungen?

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Ja, bei Wundschutzcremes besteht grundsätzlich ein Risiko für bakterielle Verunreinigungen. Das Ausmaß des Risikos hängt jedoch stark von der Verpackungsform, der Zusammensetzung und der Anwendung ab.

Hier ist eine detaillierte Analyse der Risiken:

1. Tiegel vs. Tube: Die Verpackung macht den Unterschied

  • Tiegel (Hohes Risiko): Tiegel sind am anfälligsten für Verunreinigungen. Jedes Mal, wenn man mit dem Finger in den Tiegel fasst, gelangen Hautschuppen, Feuchtigkeit und Bakterien (z. B. Staphylokokken oder Darmkeime wie E. coli aus dem Windelbereich) in das Produkt. Die große Oberfläche bietet zudem viel Kontakt zu Sauerstoff, was das Wachstum bestimmter Keime begünstigen kann.
  • Tuben (Geringes Risiko): Tuben sind deutlich hygienischer. Da man die Creme herausdrückt, kommt der restliche Tubeninhalt nicht mit den Fingern oder der Luft in Kontakt. Ein Restrisiko besteht lediglich an der Tubenöffnung, wenn diese direkt mit der Haut oder verschmutzten Fingern berührt wird.

2. Die Rolle der Inhaltsstoffe

Wundschutzcremes haben oft Eigenschaften, die das Bakterienwachstum bremsen, aber nicht völlig verhindern:

  • Zinkoxid: Viele Wundschutzcremes enthalten Zinkoxid. Es wirkt leicht antiseptisch und entzieht Bakterien die Lebensgrundlage, indem es Feuchtigkeit bindet.
  • Wassergehalt: Bakterien benötigen Wasser zum Überleben. Fettreiche Pasten oder wasserfreie Salben sind weniger anfällig als feuchtigkeitsspendende Cremes (Emulsionen).
  • Konservierungsstoffe: Hersteller setzen Konservierungsmittel ein, um die Keimbildung über einen gewissen Zeitraum (siehe Tiegel-Symbol auf der Packung, z.B. "12M" für 12 Monate nach Öffnung) zu unterdrücken.

3. Spezielle Risiken im Windelbereich

Bei der Verwendung von Wundschutzcremes im Windelbereich ist das Risiko besonders relevant. Wenn man das Kind säubert, die Haut berührt und dann mit demselben Finger erneut Creme aus dem Tiegel entnimmt („Double-Dipping“), ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass Keime aus dem Stuhl- oder Urinbereich in die Creme gelangen.

4. Tipps zur Vermeidung von Verunreinigungen

Um das Risiko minimal zu halten, empfiehlt es sich:

  1. Tuben bevorzugen: Kaufen Sie Wundschutzcreme nach Möglichkeit in der Tube oder im Pumpspender.
  2. Spatel benutzen: Wenn Sie einen Tiegel verwenden, entnehmen Sie die Creme mit einem sauberen (evtl. abkocharbaren) Plastikspatel oder einem Wattestäbchen, anstatt mit den Fingern.
  3. Händewaschen: Vor dem Eincremen (und natürlich danach) gründlich die Hände waschen.
  4. Kein Kontakt zur Wunde: Die Tubenöffnung sollte die Haut oder die Wunde nicht direkt berühren.
  5. Haltbarkeit beachten: Achten Sie auf das Haltbarkeitsdatum und das Symbol für die Haltbarkeit nach dem Öffnen. Wenn die Creme seltsam riecht, sich die Textur verändert (Öl setzt sich ab) oder sie sich verfärbt, sollte sie entsorgt werden.

Fazit: Ja, ein Risiko besteht, besonders bei Tiegeln. Durch die Wahl von Tuben und eine gute Hygiene lässt sich dieses Risiko jedoch fast vollständig eliminieren.