Besteht bei der Verwendung von betäubenden Halstabletten ein erhöhtes Verschluckungsrisiko?

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Ja, bei der Verwendung von betäubenden Halstabletten besteht tatsächlich ein erhöhtes Verschluckungsrisiko.

Hier ist die Erklärung, warum das so ist und worauf Sie achten sollten:

Warum steigt das Risiko?

Betäubende Halstabletten enthalten meist Wirkstoffe wie Benzocain, Lidocain oder Ambroxol (in höherer Dosierung). Diese Stoffe wirken als Lokalanästhetika. Sie betäuben nicht nur den Schmerz, sondern auch die Berührungs- und Schmerzrezeptoren im Mund- und Rachenraum.

Das hat folgende Auswirkungen:

  1. Beeinträchtigter Schluckreflex: Der Körper benötigt das Gefühl im Rachen, um den Schluckvorgang präzise zu steuern. Wenn dieser Bereich taub ist, kann der Kehlkopfdeckel eventuell nicht rechtzeitig schließen.
  2. Aspirationsgefahr: Nahrung oder Flüssigkeit können „in den falschen Hals“ geraten, also in die Luftröhre statt in die Speiseröhre.
  3. Verletzungsgefahr: Da man heiße Temperaturen oder scharfe Kanten im Mund nicht mehr richtig spürt, kann man sich unbemerkt verbrennen oder die Schleimhaut verletzen (z. B. durch Beißen auf die Wange).

Wichtige Sicherheitshinweise

Um das Risiko zu minimieren, sollten Sie folgende Punkte beachten:

  • Warten mit dem Essen und Trinken: Essen oder trinken Sie direkt nach dem Lutschen der Tablette nichts (empfohlen wird oft eine Pause von mindestens 30 bis 60 Minuten), bis das Taubheitsgefühl vollständig abgeklungen ist.
  • Besondere Vorsicht bei heißen Getränken: Trinken Sie keinen heißen Tee oder Kaffee, solange der Rachen betäubt ist, da Sie Verbrühungen nicht rechtzeitig bemerken würden.
  • Nicht vor dem Schlafengehen: Nehmen Sie solche Tabletten idealerweise nicht unmittelbar vor dem Hinlegen oder Einschlafen ein, da der Speichelfluss und das Schlucken im Liegen ohnehin erschwert sind.
  • Kinder und Senioren: Bei Kindern und älteren Menschen ist besondere Vorsicht geboten, da der Schluckmechanismus hier oft ohnehin empfindlicher ist. Viele betäubende Halstabletten sind für Kinder unter einem gewissen Alter (oft 6 oder 12 Jahre) gar nicht zugelassen.

Fazit

Das Risiko ist vorhanden, aber kontrollierbar. Solange Sie während der Wirkdauer auf Nahrung und Getränke verzichten, ist die Anwendung in der Regel sicher.

Hinweis: Diese Informationen dienen der allgemeinen Aufklärung und ersetzen keine ärztliche oder apothekerliche Beratung. Lesen Sie immer die Packungsbeilage Ihres spezifischen Präparats.