Benötigt man für jeden Vakuumbeutel ein spezielles Vakuumiergerät?
Die kurze Antwort lautet: Nein, man benötigt nicht für jede Marke ein eigenes Gerät, aber man muss auf den Typ des Beutels achten.
Es gibt zwei Hauptkategorien von Vakuumiergeräten, die jeweils unterschiedliche Beutel benötigen. Wenn der Beuteltyp zum Gerätetyp passt, ist die Marke des Beutels in der Regel egal.
Hier ist die Übersicht:
1. Haushaltsvakuumierer (Außenvakuumierer)
Das sind die gängigsten Geräte für den Privatgebrauch (z. B. von Marken wie Caso, FoodSaver, Rommelsbacher oder Silvercrest). Bei diesen Geräten liegt der Beutel außerhalb des Geräts, und nur die Öffnung wird eingespannt.
- Benötigter Beuteltyp: Goffrierte Beutel (strukturierte Beutel).
- Warum? Diese Beutel haben auf einer Seite eine Waffelstruktur oder feine Rillen auf der Innenseite. Diese Struktur fungiert als Luftkanal. Da das Gerät die Luft aus dem Beutel saugt, während die Schweißbalken den Beutel bereits zusammendrücken, würden glatte Beutel einfach zusammenkleben und die Luft könnte nicht entweichen.
- Kompatibilität: Sie können jede Marke von goffrierten Beuteln verwenden, solange die Breite des Beutels in Ihr Gerät passt.
2. Kammervakuumierer (Profi-Geräte)
Diese Geräte findet man meist in der Gastronomie oder bei ambitionierten Hobbyköchen. Hier wird der gesamte Beutel in eine Kammer gelegt, der Deckel geschlossen und die gesamte Luft aus der Kammer evakuiert.
- Benötigter Beuteltyp: Glatte Siegelrandbeutel.
- Warum? Da in der gesamten Kammer ein Unterdruck entsteht, wird keine Struktur im Beutel benötigt, um die Luft herauszuleiten. Glatte Beutel sind deutlich günstiger als strukturierte.
- Besonderheit: Kammervakuumierer können theoretisch auch die teureren strukturierten Beutel vakuumieren, aber das ist wirtschaftlich nicht sinnvoll.
3. Hand-Vakuumierer
Es gibt kleine, batteriebetriebene Handgeräte.
- Benötigter Beuteltyp: Spezialbeutel mit Ventil.
- Warum? Das Gerät wird auf ein integriertes Ventil am Beutel aufgesetzt. Herkömmliche Vakuumbeutel funktionieren hier gar nicht.
Zusammenfassung: Worauf müssen Sie beim Kauf achten?
- Struktur: Hat Ihr Gerät für zu Hause einen Deckel, den man herunterdrückt, und der Beutel schaut vorne heraus? Dann suchen Sie nach Begriffen wie „goffriert“, „strukturiert“ oder „Waffelstruktur“.
- Breite: Der Beutel darf nicht breiter sein als der Schweißbalken Ihres Geräts (meist 30 cm).
- Temperaturbeständigkeit: Wenn Sie Sous-vide garen möchten, achten Sie darauf, dass die Beutel kochfest und BPA-frei sind.
- Rollen oder Beutel: Es gibt fertige Beutel oder Endlosrollen, die man selbst passend zuschneidet. Rollen sind flexibler, Beutel komfortabler.
Fazit: Sie müssen nicht die teuren Originalbeutel des Herstellers kaufen. Günstige Beutel von Drittanbietern funktionieren genauso gut, solange sie die notwendige Struktur (Goffrierung) für Ihr Haushaltsgerät haben.