Ab welchem Warengewicht sollte man von einem einwelligen zu einem zweiwelligen Versandkarton wechseln, um die Stabilität zu gewährleisten?

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Es gibt keine starre gesetzliche Vorschrift, aber in der Logistikbranche haben sich bewährte Richtwerte etabliert. Die Entscheidung hängt primär vom Gewicht, aber auch von der Empfindlichkeit des Inhalts und dem Versandweg ab.

Hier ist die Faustregel für das Warengewicht:

1. Die Gewichtsgrenzen (Richtwerte)

  • Bis ca. 5 kg: Ein einwelliger Karton (z. B. B-Welle oder C-Welle) ist in der Regel völlig ausreichend.
  • Zwischen 5 kg und 10 kg: Dies ist die Übergangszone.
    • Bei unempfindlichen Gütern (z. B. Textilien), die den Karton von innen stützen, reicht einwellige Qualität oft noch aus.
    • Bei schweren, punktuellen Belastungen oder empfindlicher Ware sollte man hier bereits auf zweiwellig umsteigen.
  • Ab 10 kg: Hier ist ein zweiwelliger Karton (z. B. BC-Welle oder EB-Welle) dringend zu empfehlen. Er bietet die nötige Durchstoßfestigkeit und Stapelstabilität.
  • Ab 30 kg: Hier sollte man auf besonders schwere zweiwellige Qualitäten oder sogar dreiwellige Kartonagen setzen, insbesondere wenn der Versand per Paketdienst (viele Sortieranlagen, Stürze aus geringer Höhe) erfolgt.

2. Weitere Faktoren (Wann zweiwellig auch bei wenig Gewicht sinnvoll ist)

Das Gewicht allein ist nicht das einzige Kriterium. In folgenden Fällen sollten Sie auch bei leichteren Waren zur zweiwelligen Variante greifen:

  • Empfindlichkeit der Ware: Wenn der Inhalt zerbrechlich ist (Glas, Elektronik), bietet die zweite Welle eine deutlich bessere Pufferfunktion gegen Stöße von außen.
  • Hohlräume im Karton: Wenn der Karton nicht vollständig ausgefüllt ist, verliert er an Stabilität. Ein zweiwelliger Karton knickt bei seitlichem Druck oder beim Stapeln weniger schnell ein.
  • Versandart: Paketdienstleister (DHL, DPD, UPS etc.) transportieren Pakete über automatische Sortieranlagen. Dabei wirken enorme Kräfte (Druck, Stöße, Fallhöhen bis zu 80 cm). Zweiwellige Kartons sind hier die "Lebensversicherung" für die Ware.
  • Stapelbarkeit: Müssen die Kartons im Lager oder auf einer Palette hoch gestapelt werden? Einwellige Kartons geben unter dem Gewicht der oberen Lagen schnell nach („Bauchbildung“), was zum Einsturz des Stapels führen kann.
  • Lange Transportwege / Export: Bei Seeverfrachtung oder langen LKW-Transporten mit hoher Luftfeuchtigkeit verliert Wellpappe an Stabilität. Die zweite Welle sorgt hier für die nötige Reserve.

Zusammenfassung der Wellen-Arten:

  • 1-wellig (z.B. B-Welle, ca. 3mm): Leicht, günstig, für Kleinteile, Bücher, Kleidung bis ca. 5-7 kg.
  • 2-wellig (z.B. BC-Welle, ca. 7mm): Sehr stabil, hohe Stapellast, guter Schutz gegen Durchstoßen, Standard für Versandgüter von 10 bis 30 kg.

Pro-Tipp: Achten Sie beim Kauf nicht nur auf "1-wellig" oder "2-wellig", sondern auch auf die Qualität (z. B. 1.20, 1.30 oder 2.30, 2.40). Die erste Ziffer gibt die Wellenanzahl an, die zweite die Belastbarkeit. Ein 2.30er Karton ist beispielsweise für ein Gesamtgewicht (Ware + Karton) von bis zu 30 kg ausgelegt.