SCHÄTZER.LINEAR (FORECAST.LINEAR): Schritt‑für‑Schritt‑Anleitung
Diese Anleitung führt dich Schritt für Schritt durch die Funktion SCHÄTZER.LINEAR (im Englischen FORECAST.LINEAR).
1. Was macht FORECAST.LINEAR?
Die Funktion berechnet einen zukünftigen Wert basierend auf vorhandenen Vergangenheitswerten mithilfe einer linearen Regression. Sie geht also davon aus, dass sich die Daten entlang einer geraden Linie entwickeln.
Typische Anwendungsfälle:
- Umsatzprognosen für den nächsten Monat.
- Schätzung von Lagerbeständen.
- Vorhersage von Stromkosten basierend auf dem bisherigen Verbrauch.
2. Die Syntax
Die Formel ist in Excel und Google Sheets identisch:
=SCHÄTZER.LINEAR(x; Y_Werte; X_Werte)
bzw. im Englischen:
=FORECAST.LINEAR(x, known_y's, known_x's)
Die Parameter erklärt:
- x: Der Zeitpunkt, für den du einen Wert wissen willst (z.B. der neue Monat oder das neue Jahr).
- Y_Werte: Die abhängigen Daten aus der Vergangenheit (z.B. die tatsächlichen Umsatzzahlen).
- X_Werte: Die unabhängigen Daten/Zeitachse (z.B. Monate 1 bis 12 oder Jahreszahlen).
3. Schritt-für-Schritt-Beispiel
Stell dir vor, du hast die Umsätze von Januar bis Mai und möchtest den Umsatz für Juni prognostizieren.
Schritt 1: Daten vorbereiten
Erstelle eine Tabelle wie diese:
| Monat (X) | Umsatz in € (Y) |
|---|---|
| 1 (Jan) | 1.200 |
| 2 (Feb) | 1.450 |
| 3 (Mär) | 1.600 |
| 4 (Apr) | 1.900 |
| 5 (Mai) | 2.100 |
| 6 (Jun) | ? |
Schritt 2: Die Formel anwenden
Klicke in die Zelle, in der das Ergebnis für Juni stehen soll (neben der "6") und gib folgendes ein:
=SCHÄTZER.LINEAR(6; B2:B6; A2:A6)
(Angenommen, die Umsätze stehen in B2:B6 und die Monate 1-5 in A2:A6).
Schritt 3: Ergebnis interpretieren
Excel berechnet nun die Steigung der Linie durch die Punkte Jan-Mai und gibt dir den Wert zurück, der genau auf dieser Linie für den Punkt "6" liegt.
4. Profi-Tipp: Dynamische Prognose (Runterziehen)
Wenn du die Prognose für mehrere Monate (Juni, Juli, August) im Voraus erstellen willst, musst du die Bezüge fixieren:
- Schreibe in die Zelle für Juni:
=SCHÄTZER.LINEAR(A7; $B$2:$B$6; $A$2:$A$6) - Das
$-Zeichen sorgt dafür, dass die Vergangenheitsdaten (B2:B6 und A2:A6) festbleiben, wenn du die Formel nach unten ziehst. - Nur das
A7(der neue Monat) wandert mit nach unten zuA8,A9etc.
5. Häufige Fehler vermeiden
- Unterschiedliche Bereichsgrößen: Die Liste der X-Werte muss exakt genauso lang sein wie die der Y-Werte. Sonst erhältst du den Fehler
#N/V. - Keine Zahlen: Die X-Werte müssen Zahlen sein. Wenn dort "Januar" als Text steht, kann Excel nicht rechnen. Nutze stattdessen Zahlen (1, 2, 3) oder echte Datumsformate.
- Zu wenig Daten: Eine lineare Schätzung mit nur zwei Punkten ist sehr ungenau. Je mehr Datenpunkte du hast, desto besser ist der Trend.
6. Unterschied zu FORECAST.ETS
Vielleicht siehst du in Excel auch PROGNOSE.ETS (FORECAST.ETS).
- FORECAST.LINEAR: Gut für konstante Trends (geht immer gleichmäßig hoch oder runter).
- FORECAST.ETS: Viel besser für Daten mit Saisonalität (z.B. wenn der Umsatz jedes Jahr im Dezember wegen Weihnachten hochgeht). ETS erkennt Muster, LINEAR zieht nur eine gerade Linie.
Zusammenfassung
Nutze SCHÄTZER.LINEAR, wenn du schnell eine einfache Vorhersage treffen willst, bei der du davon ausgehst, dass die Entwicklung der Vergangenheit so weitergeht wie bisher.