Wie wird der Wasserverbrauch in CO2-Footprint-Calculators berücksichtigt?

Melden
  1. Einleitung
  2. Indirekte Berücksichtigung über Energie- und Prozessemissionen
  3. Wasser-Fußabdruck versus CO2-Footprint
  4. Praxisbeispiel und Datenquellen
  5. Zusammenfassung

Einleitung

Der Wasserverbrauch wird in vielen CO2-Footprint-Calculators meist indirekt berücksichtigt, da Wasser an sich kein Treibhausgas ist und somit keine direkte CO2-Emission verursacht. Dennoch ist Wasser von großer Bedeutung im Kontext der ökologischen Nachhaltigkeit und der Umweltbelastung, weshalb einige Rechner auch dieser Ressource Aufmerksamkeit schenken. Die genaue Einbindung des Wasserverbrauchs variiert jedoch stark von Tool zu Tool, abhängig davon, ob sie sich rein auf CO2-Emissionen konzentrieren oder einen ganzheitlicheren ökologischen Fußabdruck berücksichtigen wollen.

Indirekte Berücksichtigung über Energie- und Prozessemissionen

In CO2-Footprint-Calculators wird der Wasserverbrauch vielfach dadurch abgebildet, dass der Energieaufwand für Wassergewinnung, -aufbereitung und -transport in Kilowattstunden oder Megajoule umgerechnet und dann über den Energie-Mix in CO2-Äquivalente transformiert wird. Beispielsweise kostet die Aufbereitung von Trinkwasser Energie, ebenso die Abwasserreinigung. Auch Bewässerung in der Landwirtschaft, die Wasserverbrauch bedingt, führt zu Energiebedarf für Pumpen oder Düngemittelproduktion, was wiederum klimaschädliche Emissionen erzeugt. Diese indirekten Zusammenhänge bilden die Grundlage, um Wasserverbrauch in CO2-Emissionen umzuwandeln.

Wasser-Fußabdruck versus CO2-Footprint

Während der CO2-Footprint vor allem Treibhausgas-Emissionen bilanziert, betrachtet der Wasser-Fußabdruck den Verbrauch und die Umweltbelastung durch Wasser in einem eigenen Maßstab. Einige modernere CO2-Footprint-Calculators integrieren daher Wasserverbrauch als separaten Umweltindikator oder nutzen Water-Scarcity-Faktoren, um die regionale Wasserknappheit zu berücksichtigen. Dabei wird der quantitative Wasserverbrauch mit einem Faktor multipliziert, der die Umweltstresssituation widerspiegelt. Dies hilft, den Wasserverbrauch in eine vergleichbare Umweltwirkung zu übersetzen, auch wenn dies nicht direkt mit CO2-Emissionen verbunden ist.

Praxisbeispiel und Datenquellen

In der Praxis greifen viele Fußabdruck-Rechner auf Lebenszyklusanalysen (LCA) zurück, die Daten zu Wasserverbrauch pro Produkteinheit oder Dienstleistung enthalten. So wird z.B. der Wasserverbrauch in der Produktion von Lebensmitteln, Textilien oder Elektronik berücksichtigt und in dem CO2-Footprint des Nutzers aggregiert. Dabei werden standardisierte Datenbanken wie ecoinvent oder spezifische Umweltproduktdeklarationen als Grundlage verwendet. Der Rechner summiert letztlich die indirekten CO2-Emissionen, die aus dem Wasserverbrauch resultieren, sowie andere verursachte Emissionen.

Zusammenfassung

Der Wasserverbrauch wird in CO2-Footprint-Calculators vor allem über den indirekten Energiebedarf zur Bereitstellung und Verwendung von Wasser berücksichtigt. Eine direkte Umrechnung von Wasser in CO2 erfolgt nicht, da Wasser selbst kein Treibhausgas ist. Fortschrittliche Tools integrieren zudem Wasser-Fußabdruckfaktoren oder Wasserknappheitsindikatoren, um die ökologische Bedeutung des Wasserverbrauchs hervorzuheben, auch wenn dies über den CO2-Framework hinausgeht. Somit wird Wasser als wichtiger Bestandteil der Umweltbilanz behandelt, entweder durch indirekte Emissionsberechnung oder als eigenständiger Umweltparameter.

0

Kommentare