Wie wechsle ich zwischen verschiedenen Wine-Versionen auf demselben System?
- Einleitung
- Mehrere Wine-Versionen installieren
- Wechsel zwischen verschiedenen Wine-Versionen ohne zusätzliche Tools
- Verwendung von Tools wie PlayOnLinux oder Lutris
- Wein-Präfix (Wine Prefix) berücksichtigen
- Zusammenfassung
Einleitung
Wine erlaubt es, Windows-Anwendungen unter Linux oder anderen Unix-ähnlichen Betriebssystemen auszuführen.
Manchmal ist es notwendig, zwischen verschiedenen Wine-Versionen zu wechseln, da unterschiedliche Anwendungen
unterschiedliche Wine-Versionen besser unterstützen. Es gibt mehrere Ansätze, mit denen man mehrere Wine-Versionen
Mehrere Wine-Versionen installieren
Zunächst sollten Sie verschiedene Wine-Versionen installieren. Standardmäßig bringt Ihre Distribution wahrscheinlich
nur eine Wine-Version mit. Um mehrere Versionen zu verwenden, können Sie entweder verschiedene Wine-Pakete installieren
(z. B. wine-stable, wine-devel, wine-staging) oder Wine manuell an spezifische Speicherorte herunterladen und kompilieren.
Außerdem bieten Tools wie PlayOnLinux oder Lutris bequeme Möglichkeiten, verschiedene Wine-Versionen zu verwalten.
Wechsel zwischen verschiedenen Wine-Versionen ohne zusätzliche Tools
Wenn Sie Wine-Versionen manuell installiert haben, können Sie jederzeit die gewünschte Version durch Anpassung des
Pfades oder durch direkte Angabe des Wine-Binaries auswählen. Zum Beispiel können Sie eine Wine-Version unter
/opt/wine-7.0/bin/wine und eine andere unter /opt/wine-8.0/bin/wine installiert haben.
Möchten Sie nun eine Anwendung mit der Wine-Version 7.0 starten, so geben Sie einfach den vollständigen Pfad zur
/opt/wine-7.0/bin/wine setup.exeAlternativ können Sie temporär Ihre Umgebungsvariable PATH anpassen, um die gewünschte Wine-Version als Standard festzulegen:
export PATH=/opt/wine-7.0/bin:$PATHwine setup.exeDurch das Ändern der PATH-Variable wird der Aufruf von wine auf die richtige Version umgelenkt, solange das Terminal geöffnet bleibt. Dies hat den Vorteil, dass Sie nicht ständig den kompletten Pfad eingeben müssen.
Verwendung von Tools wie PlayOnLinux oder Lutris
Für eine komfortablere Verwaltung eignet sich PlayOnLinux oder Lutris. Diese Programme ermöglichen es, für jede Windows-Anwendung eine eigene Wine-Version auszuwählen und zu verwalten. PlayOnLinux bietet beispielsweise eine grafische Oberfläche, in der man Wine-Versionen herunterladen, installieren und bestimmten Programmen zuweisen kann.
Dies hat den Vorteil, dass man nicht mit verschiedenen PATH-Variablen oder Pfaden hantieren muss, sondern für jede Anwendung exakt die Wine-Version verwendet werden kann, die am besten funktioniert. Außerdem erzeugt PlayOnLinux für jede Anwendung eigene "Wein-Flaschen" (engl. Wine prefixes), wodurch unterschiedliche Anwendungen komplett getrennte Umgebungen erhalten.
Wein-Präfix (Wine Prefix) berücksichtigen
Ein weiterer wichtiger Punkt beim Wechseln zwischen verschiedenen Wine-Versionen ist der Wine-Präfix, also das Verzeichnis, in dem Wine seine Konfigurations- und Datenfiles abspeichert (standardmäßig ~/.wine). Wenn Sie unterschiedliche Wine-Versionen parallel verwenden, empfiehlt es sich, für jede Version einen eigenen Wein-Präfix zu definieren, um Konflikte zu vermeiden.
Dies erreichen Sie, indem Sie die Umgebungsvariable WINEPREFIX vor jedem Aufruf einer Wine-Anwendung setzen, zum Beispiel:
WINEPREFIX=~/.wine-7.0 /opt/wine-7.0/bin/wine setup.exeWINEPREFIX=~/.wine-8.0 /opt/wine-8.0/bin/wine setup.exeSo werden die Daten und Konfigurationen sauber getrennt und Sie vermeiden unerwartete Wechselwirkungen zwischen verschiedenen Wine-Versionen.
Zusammenfassung
Um zwischen verschiedenen Wine-Versionen auf demselben System zu wechseln, sollten Sie zunächst mehrere Versionen installieren. Anschließend können Sie entweder den vollständigen Pfad zur gewünschten Wine-Version angeben oder die PATH-Variable temporär anpassen. Für eine komfortable Verwaltung und spezifische Zuordnung könnte die Verwendung von Tools wie PlayOnLinux oder Lutris sehr hilfreich sein. Zudem ist das Setzen individueller Wine-Präfixe wichtig, um Konfigurationskonflikte zu vermeiden und saubere Umgebungen für jede Version zu gewährleisten.
