Wie vermeide ich Firewall-Erkennungen bei Nmap-Scans?

Melden
  1. Verwendung von langsamen und verzögerten Scans
  2. Veränderung der Pakettypen und Scanmethoden
  3. Änderung der Quell-IP-Adresse und Port-Nummern
  4. Nutzung von Decoy- oder Proxy-Techniken
  5. Anpassung und Verschleierung von Timing-Einstellungen
  6. Achtung auf gesetzliche und ethische Aspekte

Die Durchführung von Nmap-Scans kann häufig die Aufmerksamkeit von Firewalls und Intrusion Detection Systemen (IDS) auf sich ziehen, da diese Sicherheitssysteme untypische oder potenziell bösartige Netzwerkaktivitäten identifizieren wollen. Um das Aufspüren solcher Scan-Aktivitäten zu vermeiden, sind verschiedene Techniken und Vorgehensweisen sinnvoll, die im Folgenden erläutert werden.

Verwendung von langsamen und verzögerten Scans

Ein häufiger Auslöser für Alarmierungen im Firewall- oder IDS-System ist eine große Anzahl von Verbindungsversuchen in kurzer Zeit. Indem man den Scan verlangsamt, beispielsweise durch die Option --scan-delay oder --max-rate bei Nmap, wird die Anzahl der Pakete pro Zeitspanne reduziert. Dies lässt den Scan eher wie legitimen Datenverkehr erscheinen und vermeidet typische Thresholds, die Sicherheitslösungen einsetzen, um Angriffe zu erkennen. Außerdem kann eine zufällige Verzögerung zwischen Paketen das Muster weiter verschleiern.

Veränderung der Pakettypen und Scanmethoden

Nmap bietet verschiedene Arten von Scans an, wie TCP-SYN-Scans, TCP-Connect-Scans, UDP-Scans oder auch sogenannte "Stealth"-Scans. Die klassische TCP-SYN-Abfrage ist zwar performant, wird aber häufig von Firewalls erkannt und protokolliert. Alternativen wie der TCP-ACK-Scan oder das Senden von Fragmentierten Paketen (-f) können dazu beitragen, dass Firewall-Regeln umgangen werden, da sie den Netzwerkverkehr weniger auffällig oder fragmentiert darstellen. Auch das Verwenden von "Idle Scans" (Zombie-Scans) kann dazu dienen, den eigenen Ursprung des Scans zu verschleiern und so Firewalls zu umgehen.

Änderung der Quell-IP-Adresse und Port-Nummern

Viele Firewalls nutzen einfache Regeln, um verdächtige IP-Adressen oder Ports zu blockieren. Durch das Spoofen der Quell-IP-Adresse oder das Auswählen unüblicher Quellports für die Scanpakete kann man die Entdeckung erschweren. Allerdings ist IP-Spoofing im Internet nur eingeschränkt praktikabel, da Rückantworten dann nicht mehr an den Scannenden zurückgesendet werden. Nmap bietet aber Optionen, mit denen man eigene Quellports einstellen kann, um ungewöhnliche Kommunikationsmuster zu erzeugen.

Nutzung von Decoy- oder Proxy-Techniken

Eine weitere Möglichkeit, direktes Erkennen durch Firewalls zu vermeiden, besteht im Einsatz von Decoys. Diese Technik lässt während des Scans Pakete von mehreren IP-Adressen erscheinen, sodass es schwerer fällt zu erkennen, welche IP-Adresse tatsächlich den Scan ausführt. Durch die Verwendung von Proxies, VPNs oder Tor-Netzwerken kann der Ursprung des Scans verschleiert werden, wodurch Firewalls und IDS-Systeme weniger zuverlässig alarmieren.

Anpassung und Verschleierung von Timing-Einstellungen

Nmap bietet verschiedene Timing-Templates an, von sehr langsam und vorsichtig bis hin zu sehr aggressiven Scans. Ein langsames und sorgfältiges Timing kann helfen, Erkennungen zu vermeiden, da das Muster von Netzwerkpaketen weniger auffällig ist. Gleichzeitig kann man Optionen wie --randomize-hosts nutzen, um die Reihenfolge der gescannten Ziele zu variieren und dadurch typische Scan-Sequenzen zu umgehen.

Achtung auf gesetzliche und ethische Aspekte

Es ist wichtig zu betonen, dass das Ausführen von Scans auf Netzwerke und Systeme, für die man keine ausdrückliche Erlaubnis besitzt, rechtlich problematisch sein kann und als unautorisiertes Eindringen gewertet wird. Das gezielte Verschleiern der Scan-Aktivitäten kann als Versuch der Umgehung von Sicherheitsmaßnahmen interpretiert werden. Daher sollten solche Techniken nur in einem rechtmäßigen, ethischen Kontext eingesetzt werden, etwa bei Pentests mit ausdrücklicher Genehmigung oder zum eigenen Netzwerk-Management.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das Vermeiden von Firewall-Erkennungen bei Nmap-Scans vor allem dadurch erreicht wird, dass man den Scan weniger auffällig und natürlicher gestaltet. Dies gelingt durch langsames Scannen, Variation der Pakettypen, Nutzung von Decoys, Anpassung der Timing-Optionen und gegebenenfalls Verschleierung der Herkunft des Datenverkehrs. Dabei ist jedoch stets auf die rechtlichen Rahmenbedingungen und die ethischen Richtlinien zu achten.

0

Kommentare