Wie verhindere ich Cross-Origin-Request-Probleme (CORS) beim Testen mit Postman?

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  1. Grundlagen von CORS
  2. CORS und Postman – Warum ist das relevant?
  3. Wann können dennoch Probleme auftreten?
  4. Wie lässt sich CORS beim Testen in Postman vermeiden?
  5. Praktische Tipps

Grundlagen von CORS

Cross-Origin Resource Sharing (CORS) ist ein Sicherheitsmechanismus in Webbrowsern, der den Zugriff von Webanwendungen auf Ressourcen von einer anderen Domain nur unter bestimmten Bedingungen erlaubt. CORS wird vom Browser erzwungen, um bösartige Zugriffe auf Daten zu verhindern, die in anderen Domains gespeichert sind. Wenn eine Webanwendung eine Anfrage an eine andere Domain sendet, prüft der Browser anhand der Antwort-Header, ob die Anfrage erlaubt ist. Fehlen die notwendigen CORS-Header, blockiert der Browser die Antwort und es kommt zu einem CORS-Fehler.

CORS und Postman – Warum ist das relevant?

Postman ist ein Tool zum Testen von APIs, das keine Einschränkungen durch den Browser unterliegt. Da CORS speziell eine Browser-Sicherheitsrichtlinie ist, treten bei direkten Anfragen von Postman in der Regel keine CORS-Probleme auf. Das bedeutet, dass Sie mit Postman grundsätzlich jeden Endpunkt unabhängig von den CORS-Einstellungen testen können, ohne einen Fehler wegen Cross-Origin-Anfragen zu erhalten.

Wann können dennoch Probleme auftreten?

Obwohl Postman selbst keine CORS-Beschränkungen durchsetzt, können beim Backend Fehler auftreten, wenn die API voraussieht, dass die Anfragen über Browser kommen, und etwaige Sicherheitsvorkehrungen oder Validationen strikt sind. Beispielsweise könnten manche Server CORS-Header oder Authentifizierung zwingend erwarten oder auf bestimmte Origin-Header achten. Wenn im Backend fehlerhafte oder fehlende CORS-Konfigurationen vorhanden sind, kann es sein, dass Testanfragen über Browser blockiert werden, nicht jedoch die Anfragen in Postman. Dennoch empfiehlt es sich, auch bei Tests in Postman die richtigen Header zu setzen, falls der Server das erwartet.

Wie lässt sich CORS beim Testen in Postman vermeiden?

Da Postman keine CORS-Fehler produziert, liegt der Fokus darauf, die Umgebung realistisch nachzustellen, wenn Sie später den Ablauf im Browser testen wollen. Um sicherzugehen, dass der Server CORS-Anfragen unterstützt, sollten Sie bei Postman-Requests gezielt den Origin-Header setzen, um die Serverantwort zu beeinflussen. Sie können dazu in Postman unter den Headern Origin mit dem Wert der Ursprungs-URL Ihrer Anwendung hinzufügen. So simulieren Sie eine Browser-Anfrage mit Cross-Origin-Charakter, und erhalten reale CORS-Header in der Antwort.

Wenn beim Testen mit Browsern CORS-Fehler auftreten, aber Postman-Anfragen funktionieren, ist das ein Hinweis darauf, dass das Backend die CORS-Konfiguration nachbessern muss. Der Server sollte im Antwortheader Access-Control-Allow-Origin enthalten und den Ursprung (Origin) erlauben oder mit einem Stern (*) alle Ursprünge freigeben. Zusätzlich sind eventuell weitere Header wie Access-Control-Allow-Methods, Access-Control-Allow-Headers und Access-Control-Allow-Credentials notwendig.

Praktische Tipps

Sollten Sie dennoch CORS-Probleme haben, können Sie für das browserbasierte Testen temporär ein Browser-Plugin installieren, das CORS-Beschränkungen deaktiviert. Das ist aber nur für Entwicklungszwecke sinnvoll und kein Ersatz für eine korrekte Serverkonfiguration.

Als Alternative bietet sich das Einrichten eines lokalen Proxies an, der Anfragen ohne CORS-Beschränkung weiterleitet. So können Sie Ihre Anwendung gegen den Proxy testen, der dann die API-Anfragen an den eigentlichen Server stellt.

Zusammenfassend gilt: Postman ignoriert CORS-Beschränkungen und somit entstehen dort keine CORS-Probleme. Um jedoch realistische Tests, wie im Browser, durchzuführen und Probleme frühzeitig zu erkennen, sollten Sie in Postman den Origin-Header mitgeben und den Server so konfigurieren, dass er die entsprechenden CORS-Header zurückliefert. Nur so lassen sich CORS-Probleme zuverlässig vermeiden und nachvollziehen.

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