Wie starte ich eine virtuelle Maschine mit QEMU?
- Einleitung
- Vorbereitung
- Starten einer einfachen VM mit einem ISO-Image
- Starten einer VM mit einer virtuellen Festplatte
- Optionale Parameter für eine bessere VM-Performance und Bedienung
- Beispiel einer komplexeren Befehlskonstruktion
- Zusammenfassung
Einleitung
QEMU ist eine weit verbreitete Open-Source-Virtualisierungslösung, mit der Sie virtuelle Maschinen auf Ihrem Computer erstellen und starten können. Um eine virtuelle Maschine (VM) mit QEMU zu starten, benötigen Sie in der Regel eine Systemabbilddatei, wie zum Beispiel ein ISO-Image eines Betriebssystems oder eine bereits installierte virtuelle Festplatten-Datei.
Vorbereitung
Bevor Sie eine VM mit QEMU starten, sollten Sie sicherstellen, dass QEMU auf Ihrem System installiert ist. Unter Linux können Sie QEMU meist über Ihren Paketmanager installieren, z.B. mit sudo apt install qemu-system-x86. Des Weiteren sollten Sie ein VM-Image haben, beispielsweise eine ISO-Datei mit einem Betriebssysteminstallationsmedium oder eine virtuelle Festplattendatei (z.B. .qcow2), die als Festplatte für die VM benutzt wird.
Starten einer einfachen VM mit einem ISO-Image
Um eine neue virtuelle Maschine mit einem ISO-Image zu starten, verwenden Sie den Befehl qemu-system-x86_64 bei einer 64-Bit-Systemarchitektur. Ein einfaches Beispiel könnte so aussehen:
qemu-system-x86_64 -cdrom pfad/zum/iso-image.iso -m 2048 -boot dDieser Befehl startet eine VM und bootet vom angegebenen ISO-Image. Die Option -m 2048 weist QEMU an, 2048 MB RAM für die VM bereitzustellen. Die Option -boot d sagt QEMU, von einem virtuellen CD-ROM-Laufwerk zu starten.
Starten einer VM mit einer virtuellen Festplatte
Wenn Sie bereits ein installiertes Betriebssystem als virtuelle Festplatte haben, beispielsweise eine qcow2-Datei, können Sie die VM folgendermaßen starten:
qemu-system-x86_64 -hda pfad/zur/vm-disk.qcow2 -m 2048Hierbei definiert -hda die erste Festplatte, die die virtuelle Maschine verwenden soll. Natürlich können Sie mehr Speicher, Netzwerkeinstellungen und weitere Optionen hinzufügen, je nach Bedarf.
Optionale Parameter für eine bessere VM-Performance und Bedienung
Für eine bessere Performance empfiehlt es sich, KVM zu verwenden, sofern Ihr System dies unterstützt. Durch das Hinzufügen des Parameters -enable-kvm können Sie die Hardware-Virtualisierung nutzen:
qemu-system-x86_64 -enable-kvm -m 2048 -hda pfad/zur/vm-disk.qcow2Falls Sie die VM über die grafische Oberfläche steuern wollen, ist das standardmäßige Fenster von QEMU bereits interaktiv. Wenn Sie hingegen eine reine Terminal-Ausführung möchten, können Sie mit -nographic arbeiten. Weiterhin lässt sich Netzwerkkonnektivität mit verschiedenen Optionen konfigurieren, zum Beispiel mit -net nic und -net user für eine einfache NAT-Anbindung.
Beispiel einer komplexeren Befehlskonstruktion
Ein Beispiel für eine etwas umfangreichere Kommandozeile könnte so aussehen:
qemu-system-x86_64 \ -enable-kvm \ -m 4096 \ -cpu host \ -smp 4 \ -hda pfad/zur/vm-disk.qcow2 \ -net nic -net user,hostfwd=tcp::2222-:22 \ -usb -device usb-tabletDieser Befehl startet eine VM mit 4 GB RAM, 4 CPU-Kernen, nativer CPU-Unterstützung, einer virtuellen Festplatte und einem Netzwerk, das SSH-Zugriffe über den Port 2222 an die VM weiterleitet (z.B. für SSH-Verbindungen). Die USB-Optionen verbessern die Eingabegeräte-Unterstützung in der VM.
Zusammenfassung
Das Starten einer virtuellen Maschine mit QEMU erfolgt über den Befehl qemu-system-x86_64 sowie verschiedenen Parametern für Medien, Speicher und Hardware. Die genauen Optionen hängen davon ab, ob Sie ein Installations-ISO oder eine bestehende virtuelle Festplatte verwenden möchten und welche Hardware-Ressourcen Sie der VM zuweisen wollen. Mit KVM-Unterstützung und Netzwerkkonfiguration lässt sich die VM zusätzlich performant und flexibel betreiben.
