Wie lassen sich Refactorings wie Umbenennungen oder Methoden-Extraktionen durchführen?
Umbenennungen
Umbenennungen gehören zu den grundlegenden Refactorings, die vor allem helfen, den Code verständlicher und wartbarer zu gestalten. Dabei wird ein Bezeichner, wie zum Beispiel der Name einer Variablen, Methode oder Klasse, systematisch geändert, ohne das Verhalten des Programms zu verändern. Das Ziel ist es, aussagekräftigere oder einheitlichere Namen zu verwenden, die die Intention des Codes besser widerspiegeln.
Die Umbenennung sollte nicht manuell durch simples Suchen und Ersetzen erfolgen, da dies leicht zu Fehlern oder Inkonsistenzen führen kann. Moderne Entwicklungsumgebungen (IDEs) bieten dafür spezielle Refactoring-Werkzeuge an, die den gesamten Projektkontext berücksichtigen. Beim Ausführen eines Umbenennungs-Refactorings erkennt die IDE alle Stellen, an denen der Name verwendet wird, und aktualisiert diese automatisch. Dies schließt Verweise in anderen Klassen, Dokumentationen und Metadaten mit ein. So wird sichergestellt, dass der Code weiterhin kompilierbar bleibt und alle Verweise korrekt angepasst sind.
Vor der Umbenennung ist es ratsam, den Code durch Tests zu sichern. Nach dem Refactoring sollten die Tests erneut ausgeführt werden, um sicherzustellen, dass keine unbeabsichtigten Veränderungen am Verhalten oder Seiteneffekte entstanden sind.
Methoden-Extraktion
Die Methoden-Extraktion ist ein Refactoring, bei dem ein Teilabschnitt von Code aus einer bestehenden Methode herausgelöst und in eine neue, eigenständige Methode ausgelagert wird. Dieses Vorgehen erhöht die Lesbarkeit, fördert die Wiederverwendung und erleichtert die Wartung. Gleichzeitig wird so die Komplexität einzelner Methoden reduziert und der Code modularer gestaltet.
Um eine Methode zu extrahieren, identifiziert man zunächst einen logisch zusammenhängenden Block von Anweisungen innerhalb einer Methode, der eine definierte Aufgabe erfüllt. Dies kann beispielsweise ein Berechnungsabschnitt, eine Validierung oder ein bestimmter Verarbeitungsschritt sein. Anschließend wird dieser Code in eine neue Methode verschoben, wobei Parameter definiert werden, um notwendige Eingabewerte zu übergeben, und Rückgabewerte, falls relevant, zurückgegeben werden.
IDEs unterstützen diesen Prozess ebenfalls mit speziellen Refactorings. Sie analysieren automatisch, welche Variablen als Parameter übergeben oder welche Werte zurückgegeben werden müssen, um die Funktionalität korrekt zu erhalten. Nach der Extraktion ersetzt die alte Methode den ausgelagerten Codeblock durch einen Aufruf der neuen Methode. Auch hier ist es wichtig, umfassende Tests durchzuführen und nach dem Refactoring zu prüfen, ob das Verhalten unverändert geblieben ist.
Methoden-Extraktion trägt dazu bei, dass der Code übersichtlicher wird, da einzelne Methoden eine klar definierte Aufgabe erfüllen und sich leichter dokumentieren sowie testen lassen. Darüber hinaus unterstützt dieses Refactoring das Prinzip der einzelnen Verantwortlichkeit (Single Responsibility Principle) und erleichtert spätere Erweiterungen oder Anpassungen am Code.
Fazit
Refactorings wie Umbenennungen und Methoden-Extraktionen sind wichtige Werkzeuge zur Verbesserung der Codequalität. Sie sollten mit Hilfe moderner Entwicklungswerkzeuge durchgeführt werden, um Fehler zu vermeiden und die Konsistenz im gesamten Code sicherzustellen. Durch sorgfältiges Planen, automatisiertes Refactoring und anschließende Tests lassen sich strukturierte, verständliche und wartbare Programme entwickeln.
