Wie korrigiere ich Überdruckprobleme beim Export aus InDesign?

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  1. Was bedeutet Überdruck und warum entstehen Probleme?
  2. Ursachen für Überdruckprobleme beim Export aus InDesign
  3. Schritte zur Lösung von Überdruckproblemen
  4. Zusammenfassung

Was bedeutet Überdruck und warum entstehen Probleme?

Überdruck (Overprint) ist eine Drucktechnik, bei der ein Objekt so eingestellt wird, dass es die darunterliegenden Farben nicht verdrängt, sondern darüber gedruckt wird. Das ist besonders bei Schmuckfarben oder speziellen Effekten hilfreich. Allerdings kann das falsche oder ungeplante Anwenden von Überdruck in InDesign beim PDF-Export zu unerwünschten Ergebnissen führen, etwa dass Elemente nicht sichtbar sind oder Farben falsch dargestellt werden. Oft entsteht das Problem, wenn schwarze Text- oder Linienobjekte auf farbigem Hintergrund fälschlicherweise auf Überdrucken eingestellt sind.

Ursachen für Überdruckprobleme beim Export aus InDesign

Ein häufiger Grund ist, dass schwarze Objekte standardmäßig die Einstellung Überdrucken haben. Wenn beispielsweise schwarzer Text oder Linien auf farbigem Hintergrund so konfiguriert sind, dass sie überdrucken, kann beim Exportieren oder Drucken der schwarze Farbauftrag nicht richtig aufgebaut werden und wirkt transparent oder unsichtbar. Ebenso können Ebenen oder Objekte aus Fremdprogrammen, die als PDF- oder EPS-Platzhalter importiert wurden, eigene Überdruckeinstellungen enthalten, die InDesign nicht immer automatisch erkennt oder anpasst.

Schritte zur Lösung von Überdruckproblemen

Zunächst sollte man alle relevanten Objekte in InDesign kontrollieren. Öffnen Sie dafür das Bedienfeld Attribute (über Fenster > Output > Attribute) und prüfen Sie bei ausgewähltem Objekt, ob Überdrucken für Kontur oder Flächen aktiviert ist. Bei Texten und Linien ist es sinnvoll, Überdrucken zu deaktivieren, sofern kein spezieller Effekt gewünscht ist. Besonders Schwarz (100 % K) muss oftmals ohne Überdrucken exportiert werden, damit er vollständig deckend ist.

Eine weitere Möglichkeit ist, die Überdrucken-Vorschau in InDesign zu aktivieren. Dadurch sieht man eine Simulation des späteren Druckergebnisses auf dem Bildschirm. Die Vorschau ist über das Menü Ansicht > Überdrucken-Vorschau abrufbar. So lassen sich problematische Bereiche frühzeitig erkennen und korrigieren.

Beim Exportieren des Dokuments als PDF sollten die Ausgabeoptionen sorgfältig eingestellt werden. Im Exportdialog von InDesign unter Ausgabe gibt es die Möglichkeit, die Farbkonvertierung vorzunehmen und Farbprofile oder Dot Gain zu definieren. Dort sollte sichergestellt werden, dass keine unerwünschten Überdruck-Attribute automatisch übernommen werden. Falls das Problem weiterhin auftritt, kann das Aktivieren der Option Überdruck simulieren in der PDF-Exportkonfiguration helfen, das gewünschte Druckverhalten sicherzustellen.

Falls importierte Elemente aus Fremd-PDFs oder EPS-Dateien Überdruckattribute enthalten, empfiehlt es sich, diese im Ursprungssystem zu überprüfen oder in InDesign gegebenenfalls durch Umschaltung der Transparenzreduzierung (unter Voreinstellungen > Transparenzreduzierung) zu optimieren. Oft behebt eine hohe Transparenzreduzierung oder das Konvertieren in eine niedrigere PDF-Kompatibilität (etwa PDF/X-4 statt PDF/X-1a) Überdruckinkompatibilitäten.

Zusammenfassung

Überdruckprobleme treten oft auf, wenn Schwarz oder andere Objekte fälschlicherweise Überdruck aktiv haben oder importierte Dateien komplexe Überdruckattribute enthalten. Die Kontrolle und Anpassung der Überdruck-Einstellungen im Attribut-Bedienfeld, die Verwendung der Überdrucken-Vorschau sowie eine richtige PDF-Exportkonfiguration sind essenziell. Durch diese Maßnahmen kann sichergestellt werden, dass der finale Export visuell korrekt und drucktechnisch sauber ist.

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