Wie konfiguriere ich Hyper-V, um USB-Geräte an eine VM weiterzuleiten?

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  1. Direkte USB-Weiterleitung nicht nativ verfügbar
  2. Verwendung von USB-Umleitungssoftware oder Remote Desktop
  3. USB-Geräte über den Host mittels "Echtzeit-Direktzugriff" (Pass-through) oder Speicher-Weiterleitung
  4. Konfiguration eines USB-Gerätes über RemoteFX (veraltet)
  5. Empfohlene Vorgehensweise in aktuellen Hyper-V-Umgebungen
  6. Zusammenfassung

Hyper-V unterstützt standardmäßig keine direkte USB-Geräteweiterleitung an virtuelle Maschinen, wie es bei einigen anderen Virtualisierungsplattformen der Fall ist. Dennoch gibt es verschiedene Methoden, um USB-Geräte in einer Hyper-V-Umgebung für VMs nutzbar zu machen. Im Folgenden wird ausführlich beschrieben, wie Sie USB-Geräte an eine Hyper-V-VM weiterleiten können.

Direkte USB-Weiterleitung nicht nativ verfügbar

Anders als bei einigen Alternativen wie VMware oder VirtualBox gibt es in Hyper-V keine integrierte Funktion, um USB-Geräte direkt an eine VM durchzureichen. Das liegt daran, dass Hyper-V USB-Geräte an den Host bindet. Um dennoch USB-Geräte zu nutzen, sind Umwege oder spezielle Werkzeuge notwendig.

Verwendung von USB-Umleitungssoftware oder Remote Desktop

Eine häufig genutzte Möglichkeit ist, über Remote Desktop (RDP) USB-Geräte weiterzuleiten. Wenn Sie über RDP eine Verbindung zur virtuellen Maschine herstellen, können Sie USB-Geräte vom lokalen Rechner als Remote-Ressourcen freigeben. Das funktioniert jedoch hauptsächlich mit Speichergeräten oder bestimmten Geräten, die RDP unterstützt.

Alternativ gibt es Softwarelösungen wie "USB over Network"-Tools, die USB-Geräte am Host-Computer als Netzwerkressource freigeben. Die VM kann dann über das Netzwerk auf dieses Gerät zugreifen, als ob es lokal angeschlossen wäre. Diese Lösung ist allerdings abhängig von Drittanbieter-Software und kann Lizenzkosten verursachen.

USB-Geräte über den Host mittels "Echtzeit-Direktzugriff" (Pass-through) oder Speicher-Weiterleitung

Eine weitere Möglichkeit ist die Nutzung sogenannter "Pass-through"-Techniken. Im Hyper-V-Kontext gibt es keinen direkten USB-Pass-through. Allerdings lassen sich USB-Speichergeräte (wie USB-Sticks oder externe Festplatten) am Host bereitstellen und anschließend der VM mittels iSCSI oder als virtuelle Festplatte (VHD) einbinden. Dazu müssen Sie allerdings unter Umständen die USB-Daten als Speichermedium zuerst auf dem Host mounten und dann für die VM freigeben.

Konfiguration eines USB-Gerätes über RemoteFX (veraltet)

Früher bot Microsoft mit RemoteFX eine Funktion, um USB-Geräte an VMs weiterzuleiten. RemoteFX wurde aber wegen Sicherheitsbedenken ab Windows Server 2019 und neueren Windows 10 Versionen deaktiviert und ist nicht mehr empfohlen. Falls Sie eine ältere Umgebung betreiben, können Sie RemoteFX-USB-Geräteweiterleitung über die Hyper-V-Manager-Einstellungen einrichten, doch aus Sicherheitsgründen sollten Sie eher auf modernere Alternativen ausweichen.

Empfohlene Vorgehensweise in aktuellen Hyper-V-Umgebungen

Sie sollten in Betracht ziehen, die USB-Geräte am Hyper-V-Host zu nutzen und den Zugriff über Netzwerkprotokolle an den Gast weiterzugeben. Ein Beispiel hierfür sind Netzwerkfreigaben für USB-Datenträger oder IP-Geräte. Außerdem können Sie in manchen Fällen virtuelle Switches konfigurieren, um den Datenverkehr effizient zu verteilen.

Zum Beispiel bei USB-Seriell-Geräten (COM-Ports) können Sie USB-Serial-Server oder Softwarelösungen einsetzen, die die serielle Schnittstelle über das Netzwerk abstrahieren und so der VM zum Zugriff bereitstellen.

Zusammenfassung

Direkte USB-Geräteweiterleitung an Hyper-V-VMs ist nicht nativ möglich. Sie können USB-Geräte durch Remote Desktop Umschaltung, Netzwerkfreigabe für Speichergeräte oder mittels spezieller Softwarelösungen (USB-over-Network) für VMs verfügbar machen. Das Einbinden von USB-Speicher als virtuelle Festplatte oder iSCSI-Laufwerke ist ebenfalls eine praktikable Alternative. RemoteFX ist nicht mehr empfehlenswert wegen Sicherheitsrisiken.

Bei hohem Bedarf an direkter USB-Anbindung sollten Sie deshalb abwägen, ob Hyper-V die geeignete Virtualisierungslösung ist oder ob Alternativen mit nativer USB-Unterstützung besser geeignet sind.

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