Wie kann man USB-Geräte in Hyper-V durchschleifen?

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  1. Einführung in das USB-Durchschleifen bei Hyper-V
  2. Herausforderungen bei USB-Durchschleifen in Hyper-V
  3. Möglichkeiten USB-Geräte an Hyper-V-VMs weiterzugeben
  4. Fazit

Einführung in das USB-Durchschleifen bei Hyper-V

Hyper-V ist eine Virtualisierungstechnologie von Microsoft, die es ermöglicht, mehrere virtuelle Maschinen (VMs) auf einem physischen Host auszuführen. Eine häufige Anforderung bei der Nutzung von VMs ist das Durchschleifen von USB-Geräten, beispielsweise um USB-Sticks, externe Festplatten oder andere Peripheriegeräte direkt in der virtuellen Umgebung zu verwenden. Anders als bei einigen anderen Virtualisierungslösungen wie VMware, bietet Hyper-V keine native, direkte Unterstützung für das einfache Durchreichen von USB-Geräten an VMs. Daher bedarf es spezieller Methoden und Workarounds, um USB-Geräte innerhalb einer virtuellen Maschine zugänglich zu machen.

Herausforderungen bei USB-Durchschleifen in Hyper-V

Hyper-V virtualisiert Hardwarekomponenten grundsätzlich über virtuelle Geräte, die vom Host abstrahiert sind. Das bedeutet, dass USB-Controller auf der Hardwareebene standardmäßig nicht direkt an die VM weitergegeben werden können. Im Gegensatz zu vollständigen PCI-Geräte-Passthrough-Funktionen ("Direct Device Assignment") unterstützt Hyper-V nur eingeschränkt das Durchreichen von USB-Geräten. Ein weiteres Problem besteht darin, dass viele USB-Geräte auf Hostebene gebunden sind und somit nicht gleichzeitig von Host und Gast verwendet werden können.

Möglichkeiten USB-Geräte an Hyper-V-VMs weiterzugeben

Um USB-Geräte trotz der Einschränkungen in Hyper-V innerhalb einer VM zu nutzen, existieren verschiedene Ansätze. Eine einfache Möglichkeit ist die Nutzung von USB über die Netzwerkfreigabe. Beispielsweise können USB-Geräte, die am Host angeschlossen sind, in Windows als Freigabe konfiguriert werden. Die VM kann dann über das Netzwerk auf diese Freigabe zugreifen.

Eine weitere Methode besteht darin, USB-Geräte via RDP (Remote Desktop Protocol) in die VM durchzureichen. Das RDP-Protokoll unterstützt das Umleiten von USB-Geräten, jedoch ist dies nur komfortabel, wenn die VM per Remote Desktop genutzt wird und nicht lokal an der Hyper-V-Konsole.

Für professionellere Ansprüche gibt es spezialisierte Softwarelösungen von Drittanbietern, wie USB-over-IP oder USB-Redirection-Tools, die das Durchschleifen von USB-Geräten über das Netzwerk ermöglichen. Solche Programme installieren auf Host und Gast kleine Client-Anwendungen, die das USB-Signal über das Netzwerk weiterleiten.

Als experimenteller Ansatz können Nutzer versuchen, PCI-Passthrough, auch "Discrete Device Assignment" (DDA) genannt, einzurichten. Dabei wird jedoch ein USB-Controller (nicht nur ein USB-Gerät) direkt an die VM durchgereicht. Dies erfordert, dass der Host entsprechende Hardware und BIOS/UEFI-Unterstützung für IOMMU (Intel VT-d oder AMD-Vi) besitzt. Zudem ist die Einrichtung komplex und nicht für alle USB-Geräte geeignet, da dadurch der USB-Controller nicht mehr vom Host verwendet werden kann.

Fazit

Das Durchschleifen von USB-Geräten in Hyper-V ist nicht so unkompliziert oder nativ möglich wie in anderen Virtualisierungssystemen. Während einfache Freigaben und RDP-basierte Lösungen oft ausreichen, um USB-Zugriff in der VM zu realisieren, stößt man bei direktem USB-Passthrough an Grenzen. Für spezielle Anwendungsfälle kann der Einsatz von Drittanbietersoftware oder die komplexe Konfiguration von DDA sinnvoll sein. Wichtig ist dabei, die Hardwarevoraussetzungen und die Anforderungen der jeweiligen USB-Geräte zu berücksichtigen, um eine möglichst stabile und performante Lösung zu erzielen.

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