Wie kann man sensible Daten sicher löschen, damit sie nicht wiederhergestellt werden können?

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  1. Einleitung zur sicheren Datenlöschung
  2. Physikalisches Löschen versus logisches Löschen
  3. Methoden zur sicheren Datenlöschung
  4. Vorsichtsmaßnahmen und Rechtliche Aspekte
  5. Fazit

Einleitung zur sicheren Datenlöschung

Das sichere Löschen sensibler Daten ist notwendig, um zu verhindern, dass gelöschte Informationen durch Datenrettungstools wiederhergestellt und missbraucht werden können. Gerade bei personenbezogenen Daten, Finanzinformationen oder vertraulichen Geschäftsdaten reicht ein einfaches Löschen oder das Leeren des Papierkorbs oftmals nicht aus, da die eigentlichen Daten meist nur als Verweise entfernt werden und die eigentlichen Dateien weiterhin auf dem Speichergerät vorhanden bleiben.

Physikalisches Löschen versus logisches Löschen

Beim logischen Löschen werden Dateien lediglich aus dem Dateisystem entfernt, ohne die gespeicherten Daten an sich zu überschreiben. Das bedeutet, dass spezialisierte Software theoretisch in der Lage ist, diese Daten wiederherzustellen. Das physikalische Löschen hingegen zielt darauf ab, die Datenbytemuster direkt zu überschreiben oder das Speichermedium physisch unbrauchbar zu machen, um eine Wiederherstellung gänzlich auszuschließen. Je nach verwendetem Speichermedium, wie Festplatten (HDD), Solid-State-Drives (SSD) oder USB-Sticks, sind unterschiedliche Vorgehensweisen nötig.

Methoden zur sicheren Datenlöschung

Eine gängige Methode zur sicheren Löschung ist das mehrfache Überschreiben der Daten mit zufälligen oder festen Bitmustern. Bekannte Verfahren wie die DoD (Department of Defense) 5220.22-M Methode überschreiben Daten beispielsweise mehrfach mit unterschiedlichen Mustern, um jegliche Spuren der ursprünglichen Informationen zu vernichten. Moderne Tools wie Eraser oder BleachBit unterstützen solche sichere Löschmethoden und können ganze Partitionen oder einzelne Dateien behandeln.

Bei SSDs ist das Überschreiben aufwendig, da interne Steuerungen und Wear-Leveling-Mechanismen verhindern können, dass alle Speicherzellen direkt überschrieben werden. Daher ist hier oft eine sogenannte Secure Erase-Funktion sinnvoll, welche direkt auf die Firmware des Geräts zugreift und den Speicherchip komplett zurücksetzt. Diese Funktion wird meist vom Hersteller bereitgestellt und kann mit speziellen Tools aktiviert werden.

Für sehr sensible Daten gilt, dass das physische Zerstören des Speichermediums – etwa durch Schreddern, Zertrümmern oder kontrolliertes Verbrennen – die sicherste Methode zur Datenvernichtung ist. Diese Maßnahme garantiert, dass keine Datenrettung mehr möglich ist, ist jedoch unwiderruflich und schließt eine weitere Verwendung des Mediums aus.

Vorsichtsmaßnahmen und Rechtliche Aspekte

Bei der Löschung sensibler Daten sollten auch Backups und Kopien bedacht werden, da diese oft an anderen Orten gespeichert sind. Es ist wichtig, alle Instanzen der Daten zu kennen und sicherzustellen, dass sie ebenfalls gelöscht sind. Zudem können je nach Branche und Land gesetzliche Vorgaben zur Datenlöschung bestehen, beispielsweise durch Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) in der EU, welche eine ordnungsgemäße Löschung verlangt, sobald Daten nicht mehr benötigt werden.

Fazit

Die sichere Löschung sensibler Daten erfordert mehr als nur das einfache Löschen von Dateien. Durch Mehrfachüberschreiben, Verwendung von Herstellerfunktionen bei SSDs oder die physische Vernichtung des Speichermediums lassen sich Daten zuverlässig unzugänglich machen. Es empfiehlt sich, für unterschiedliche Speicherarten geeignete Methoden anzuwenden und dabei gesetzliche Anforderungen stets zu berücksichtigen, um Datenschutz und Datensicherheit zu gewährleisten.

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