Wie kann ich Zathura so konfigurieren, dass es mit X11 und Wayland funktioniert?
- Einleitung
- Unterschiede zwischen X11 und Wayland bezüglich Zathura
- Verwendung von Zathura unter X11
- Verwendung von Zathura unter Wayland
- Tipps für bessere Kompatibilität und Konfiguration
- Nutzung alternativer Backends und Plugins
- Fazit
Einleitung
Zathura ist ein leichtgewichtiger und sehr anpassbarer PDF-Viewer, der vor allem unter Linux verwendet wird. Standardmäßig nutzt Zathura X11 als Display-Server, was unter vielen Linux-Distributionen problemlos funktioniert. Mit der zunehmenden Verbreitung von Wayland, das X11 nach und nach ersetzt, stellt sich für Nutzer die Frage, wie man Zathura so einrichtet, dass es unter beiden Systemen stabil läuft. Diese Anleitung erklärt ausführlich, wie Sie Zathura konfigurieren können, damit es sowohl unter X11 als auch Wayland problemlos funktioniert.
Unterschiede zwischen X11 und Wayland bezüglich Zathura
X11 ist der traditionelle Display-Server unter Linux, den Zathura standardmäßig benutzt. Viele Anwendungen basieren auf X11, was allerdings zunehmend als veraltet gilt und durch Wayland abgelöst wird. Wayland bietet modernere und sicherere Mechanismen für die Anzeige und Eingabeverarbeitung, ist allerdings nicht vollständig mit X11-Anwendungen kompatibel.
Da Zathura nativ auf X11 basiert, läuft es unter Wayland meistens über eine X11-Kompatibilitätsschicht namens XWayland. Das funktioniert meist gut, kann aber zu leichtem Mehraufwand bei der Einrichtung führen, wenn man die Vorteile von Wayland nutzen möchte oder Probleme mit XWayland hat.
Verwendung von Zathura unter X11
Unter X11 erfordert Zathura keine besondere Konfiguration. Nach der Installation startet Zathura standardmäßig mit dem X11-Displayserver und fungiert als regulärer X11-Client. Die meisten Konfigurationsdateien befinden sich im Benutzerverzeichnis unter ~/.config/zathura/, beispielsweise die Datei zathurarc, in der Einstellungen wie Schriftarten, Tastenkürzel oder Plugins festgelegt werden.
Wenn Sie also mit X11 arbeiten, genügt es, Zathura zu installieren und zu starten, etwa mit dem Befehl zathura datei.pdf. Dabei wird automatisch der X11-Display-Server genutzt.
Verwendung von Zathura unter Wayland
Unter Wayland wird Zathura in der Regel über die Kompatibilitätsschicht XWayland ausgeführt. Das bedeutet, es verhält sich ähnlich wie unter X11, nur dass XWayland als Vermittler fungiert. Hier bedarf es meist keiner speziellen Konfiguration, da Ihre Desktop-Umgebung oder Ihr Wayland-Kompositor (etwa GNOME mit Mutter, KDE mit KWin oder Sway) automatisch XWayland startet, sobald eine X11-Anwendung gestartet wird.
Wenn Sie eine vollständig native Wayland-Unterstützung für Zathura möchten, wird es komplexer: Zathura selbst unterstützt derzeit Wayland nicht direkt, da es auf GTK2/GTK3 und X11 setzt. Das Projekt befindet sich zwar in weiterer Entwicklung, aber bis heute gibt es keine offizielle native Wayland-Unterstützung.
Tipps für bessere Kompatibilität und Konfiguration
Damit Zathura unter beiden Systemen möglichst reibungslos funktioniert, können Sie einige allgemeine Maßnahmen ergreifen:
Zunächst ist es sinnvoll, sicherzustellen, dass die notwendigen Abhängigkeiten installiert sind, darunter libx11, xwayland und die Plugins, die Sie benötigen, beispielsweise poppler für PDFs, girara als UI-Bibliothek und weitere. Nutzen Sie die Paketverwaltung Ihrer Distribution, um diese Komponenten aktuell zu halten.
Zum Start von Zathura können Sie Umgebungsvariablen verwenden, um explizit den Display-Server auszuwählen. Für X11 ist die Variable DISPLAY relevant, die typischerweise auf :0 oder einen anderen Wert gesetzt ist. Unter Wayland verwendet das System die Variable WAYLAND_DISPLAY und startet XWayland im Hintergrund.
Wenn Sie Zathura über die Kommandozeile starten und sicherstellen wollen, dass es X11 nutzt, können Sie zum Beispiel den Befehl DISPLAY=:0 zathura datei.pdf verwenden. Falls hingegen nur Wayland aktiv ist, starten Sie es einfach normal, da XWayland automatisch verwendet wird.
Sie können in Ihrer Shell-Startdatei (.bashrc, .zshrc) auch prüfen, ob Wayland aktiv ist, und dann entsprechend den Start von Zathura anpassen, falls nötig. Zum Beispiel:
if ; then # Zathura läuft dann unter XWayland automatisch alias zathura=zathuraelse export DISPLAY=:0fiIn der Regel ist das aber nicht zwingend erforderlich.
Nutzung alternativer Backends und Plugins
Zathura bietet verschiedene Rendering-Engines über Plugins an, wie Poppler für PDFs, MuPDF für schnelle PDF- und XPS-Darstellung und andere. Diese Plugins sollten installiert und aktuell sein, damit Zathura zuverlässig agiert. Unter Wayland kann es hilfreich sein, z.B. das MuPDF-Plugin zu verwenden, da es besonders leistungsfähig ist. Allerdings sind hierbei keine speziellen Wayland-spezifischen Konfigurationen notwendig.
Fazit
Zusammenfassend ist zu sagen, dass Zathura hauptsächlich auf X11 ausgelegt ist und unter Wayland über XWayland läuft. Eine native Wayland-Unterstützung gibt es derzeit nicht. Für den Nutzer bedeutet das, dass im Alltag keine große Konfiguration nötig ist, da XWayland im Hintergrund die Kompatibilität sicherstellt. Das System sorgt automatisch dafür, dass Zathura unter beiden Display-Servern funktioniert, solange die benötigten Pakete und Plugins installiert sind. Sie können optional Umgebungsvariablen nutzen, um explizit das Display-Backend zu steuern oder in Ihrer Shell-Sitzung Anpassungen vornehmen.
Wenn Wayland für Sie eine wichtigere Rolle spielt, sollten Sie auch die Entwicklungen von Zathura verfolgen, da zukünftige Versionen möglicherweise nativen Wayland-Support bekommen könnten. Bis dahin bleibt die Nutzung über XWayland der beste Weg, um Zathura unter Wayland zu betreiben.
