Wie kann ich mehrere Conky-Instanzen parallel laufen lassen?

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  1. Grundlegendes Verständnis zu Conky-Instanzen
  2. Vorbereitung der Konfigurationsdateien
  3. Unterschiedliche Fenster-IDs und Prioritäten einstellen
  4. Starten der Instanzen mit unterschiedlichen Konfigurationen
  5. Zusätzliche Tipps für das parallele Ausführen
  6. Fazit

Grundlegendes Verständnis zu Conky-Instanzen

Conky ist ein leichtgewichtiges Systemmonitor-Tool für Linux und andere Unix-ähnliche Systeme, das ausführbare Konfigurationsdateien verwendet. Standardmäßig wird meist nur eine Conky-Instanz ausgeführt, die ein einzelnes Conky-Widget auf dem Desktop anzeigt. Wenn du jedoch mehrere unterschiedliche Informationen oder verschiedene Layouts gleichzeitig anzeigen möchtest, ist es möglich, mehrere Conky-Instanzen parallel zu starten. Dafür benötigt jede Instanz eine eigene Konfigurationsdatei und einen eigenen X11-Display-Bereich für das Fenster.

Vorbereitung der Konfigurationsdateien

Zunächst solltest du für jede Conky-Instanz eine eigene Konfigurationsdatei erstellen. Üblicherweise liegt die Hauptkonfigurationsdatei unter ~/.config/conky/conky.conf oder ~/.conkyrc. Für mehrere Instanzen kannst du zum Beispiel diese Struktur nutzen:

~/.config/conky/conky1.conf~/.config/conky/conky2.conf~/.config/conky/conky3.conf

In jeder dieser Dateien kannst du unterschiedliche Parameter einstellen, etwa Position (gap_x, gap_y), Fenstergröße oder anzuzeigende Informationen. Wichtig ist, dass jede Conky-Instanz ein Fenster erzeugt, das sich nicht mit anderen überschneidet.

Unterschiedliche Fenster-IDs und Prioritäten einstellen

Da alle Conky-Instanzen auf demselben X-Display laufen, müssen sie mindestens unterschiedliche Fensterpositionen verwenden, damit sich die Fenster nicht überlagern. In der Konfigurationsdatei steuern die Variablen gap_x und gap_y die Verschiebung vom oberen linken Bildschirmrand. Außerdem kann own_window_type auf desktop, normal oder override eingestellt werden, was das Verhalten des Fensters beeinflußt und eventuell Konflikte minimiert.

Es lohnt sich, für jede Instanz own_window auf true zu setzen, um sicherzustellen, dass jede Instanz ihr eigenes eigenes Fenster erhält. Ebenfalls kann own_window_class benutzt werden, um Fenster besser in Fenstermanagern zu unterscheiden.

Starten der Instanzen mit unterschiedlichen Konfigurationen

Zum Starten jeder Conky-Instanz gibst du im Terminal den Befehl an, wobei du jeweils die passende Konfigurationsdatei angibst. Ein Beispiel für drei Instanzen könnte folgendermaßen aussehen:

conky -c ~/.config/conky/conky1.conf &conky -c ~/.config/conky/conky2.conf &conky -c ~/.config/conky/conky3.conf &

Das kaufmännische Und-Zeichen & sorgt dafür, dass die Prozesse im Hintergrund laufen und du die Konsole weiter benutzen kannst. Wichtig ist, dass jede Instanz unabhängig startet und keine Fehler wie Cant open display oder Window ID conflicts erzeugt.

Zusätzliche Tipps für das parallele Ausführen

Wenn du mehrere Instanzen automatisch beim Systemstart oder beim Einloggen starten möchtest, kannst du die Befehle in ein Startskript oder in die Autostart-Konfiguration deines Desktop-Umfelds eintragen. Achte darauf, unter Umständen unterschiedliche Optionen wie own_window_argb_visual oder own_window_transparent einzustellen, damit sich die Fenster optisch gut integrieren.

Seminariere außerdem mögliche Konflikte mit Compositing-Engines (zum Beispiel bei Verwendung von Transparenzen) und teste, wie sich die Fenster beim Wechsel zwischen Arbeitsflächen verhalten.

Fazit

Das parallele Ausführen mehrerer Conky-Instanzen ist sehr wohl möglich und ermöglicht es dir, verschiedene Systeminfos in separaten, individuell gestalteten Fenstern anzuzeigen. Wichtig ist, für jede Instanz eine eigene Konfiguration mit unterschiedlichen Fenstereinstellungen zu verwenden und die Instanzen mit dem Parameter -c und jeweils einer eigenen Konfigurationsdatei zu starten. Mit dieser Methode kannst du deinen Desktop sehr flexibel gestalten und gleichzeitig mehrere Systemanzeigen organisieren.

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