Wie kann ich in RawTherapee den Weißabgleich für verschiedene Lichtbedingungen einstellen?

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  1. Einführung in den Weißabgleich
  2. Grundlagen des Weißabgleichs in RawTherapee
  3. Automatischer Weißabgleich
  4. Voreingestellte Weißabgleichs-Modi
  5. Manueller Weißabgleich mittels Farbtemperatur und Grün/Minus-Grün-Regler
  6. Der Weißpunkt-Pipette zur gezielten Farbbalance
  7. Umgang mit gemischten oder schwierigen Lichtverhältnissen
  8. Zusammenfassung

Einführung in den Weißabgleich

Der Weißabgleich ist ein essenzieller Schritt in der Bildbearbeitung, um Farbverfälschungen durch unterschiedliche Lichtquellen zu korrigieren. RawTherapee bietet hierfür vielseitige Werkzeuge, die es ermöglichen, den Weißabgleich individuell an verschiedene Lichtbedingungen anzupassen und somit naturgetreue und farblich ausgewogene Bilder zu erhalten.

Grundlagen des Weißabgleichs in RawTherapee

Beim Öffnen eines Fotos in RawTherapee finden Sie das Weißabgleich-Panel normalerweise im Tab Kamera oder direkt im Grundlagen-Modul. Dort können Sie zwischen verschiedenen Modi wählen, die es erlauben, die Farbtemperatur (gemessen in Kelvin) und den grün/magenta-Ausgleich fein zu justieren. Diese Steuerungen sind entscheidend, um das Bild optimal an die jeweiligen Lichtverhältnisse anzupassen.

Automatischer Weißabgleich

Der automatische Weißabgleich (Auto White Balance) analysiert das Bild und versucht, eine neutrale Farbbalance herzustellen. Dieser Modus ist besonders nützlich, wenn Sie schnell einen guten Ausgangspunkt für Ihren Weißabgleich suchen. Allerdings ist die automatische Methode nicht immer perfekt, insbesondere bei stark gefärbten oder gemischten Lichtquellen.

Voreingestellte Weißabgleichs-Modi

RawTherapee bietet einige voreingestellte Weißabgleichs-Optionen, die für typische Lichtverhältnisse optimiert sind. Hierzu zählen Einstellungen für Tageslicht, Schatten, Wolken, Glühlampe, Fluoreszenzlicht und Blitzlicht. Durch die Auswahl eines dieser Modi wird die Farbtemperatur entsprechend angepasst, um die typischen Farbstiche der jeweiligen Lichtquelle zu kompensieren. Diese Voreinstellungen sind ein guter Startpunkt, sie können jedoch je nach Bild noch individuell nachjustiert werden.

Manueller Weißabgleich mittels Farbtemperatur und Grün/Minus-Grün-Regler

Für eine präzise Anpassung können Sie die Farbtemperatur manuell einstellen. Bei warmem Licht (z. B. Glühlampe) stellen Sie eine niedrigere Farbtemperatur ein (ca. 2500-3500 K), um den rötlich-gelben Farbstich auszugleichen. Bei kaltem Licht (z. B. Schatten, bewölkter Himmel) wählen Sie eine höhere Farbtemperatur (ca. 6500 K oder mehr), um die bläulichen Farbtöne zu neutralisieren. Zusätzlich erlaubt der Grün-/Magenta-Regler eine Feinkorrektur entlang der grünen bis magentafarbenen Achse, welche oft bei Leuchtstoffröhren oder Mischlichtsituationen nötig ist, um einen natürlichen Look zu erzielen.

Der Weißpunkt-Pipette zur gezielten Farbbalance

Eine sehr präzise Methode ist die Verwendung der Pipette zur Festlegung des Weißpunkts. Mit diesem Werkzeug klicken Sie auf eine Stelle im Bild, die neutralgrau oder weiß sein sollte. RawTherapee berechnet daraus automatisch die beste Farbtemperatur und den Grün-/Magenta-Ausgleich. Diese Methode ist besonders hilfreich, wenn eine reale Referenz im Bild vorhanden ist, da sie subjektive Einschätzungen minimiert und eine objektive Farbkorrektur ermöglicht.

Umgang mit gemischten oder schwierigen Lichtverhältnissen

Bei Mischlichtsituationen oder ungewöhnlichen Lichtbedingungen kann es nötig sein, mit mehreren Anpassungen zu experimentieren. Dabei hilft es, die Farbtemperatur schrittweise zu verändern und gleichzeitig die anderen Farbregler wie Sättigung oder Tonwertkorrektur mit einzubeziehen, um den gewünschten Look zu erreichen. Auch das Anlegen von verschiedenen Versionsstapeln (Varianten) innerhalb RawTherapee kann helfen, unterschiedliche Einstellungen zu vergleichen und die beste zu bestimmen.

Zusammenfassung

In RawTherapee stehen Ihnen verschiedene Werkzeuge zur Verfügung, um den Weißabgleich an unterschiedliche Lichtbedingungen anzupassen: Sie können automatisierte Modi verwenden, voreingestellte Farbtemperaturen auswählen, die Werte manuell justieren oder eine Pipette für eine gezielte Weißpunktsetzung nutzen. Je nach Lichtquelle – ob Tageslicht, Schatten, Kunstlicht oder Mischlicht – kann eine Kombination dieser Funktionen angewandt werden, um die bestmögliche Farbtreue zu erzielen. Ein bewusster und gezielter Weißabgleich verbessert maßgeblich die Bildqualität und sorgt für natürliche Farbwiedergabe in Ihren Fotos.

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