Wie kann ich eine VNC-Sitzung protokollieren oder aufzeichnen?

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  1. Einleitung
  2. Aufzeichnung des Bildschirminhalts
  3. Aufzeichnung mit speziellen VNC-Servern oder Werkzeugen
  4. Protokollierung der Tastatureingaben und Mausbewegungen
  5. Zusammenfassung

Einleitung

Das Aufzeichnen oder Protokollieren einer VNC-Sitzung kann aus unterschiedlichen Gründen sinnvoll sein, etwa für die Dokumentation von Support-Sitzungen, Schulungen oder Sicherheitszwecke. Eine VNC-Sitzung überträgt im Wesentlichen Bildschirminhalte, Tastatureingaben und Mausbewegungen in Echtzeit. Das Aufzeichnen dieser Sitzung bedeutet meist das Speichern des sichtbaren Bildschirminhalts als Video, manchmal kombiniert mit Logfiles der Eingaben.

Aufzeichnung des Bildschirminhalts

Da VNC standardmäßig kein integriertes Aufzeichnungsfeature besitzt, erfolgt das Protokollieren meist über externe Tools, die den Bildschirminhalt erfassen. Eine einfache Möglichkeit besteht darin, auf dem Client-Rechner eine Bildschirmaufnahme-Software (Screen Recorder) zu verwenden. Beispiele hierfür sind OBS Studio, SimpleScreenRecorder unter Linux, Camtasia, oder integrierte Funktionen wie die Xbox Game Bar unter Windows 10/11. Diese Programme zeichnen alles auf dem Bildschirm auf, also auch die VNC-Videowiedergabe. Nachteile sind der potenziell hohe Speicherbedarf und dass nur der dargestellte Bildschirminhalt, nicht aber darunterliegende Datenströme aufgezeichnet werden.

Alternativ kann man auf dem Server eine Bildschirmaufnahme laufen lassen, die die tatsächlich gezeigten Zustände auf dem VNC-Server-Desktop aufnimmt. Tools wie ffmpeg oder x11grab auf Linux-Systemen können dafür genutzt werden. So ist gewährleistet, dass der gesamte Bildschirminhalt unabhängig von der Client-Seite aufgezeichnet wird.

Aufzeichnung mit speziellen VNC-Servern oder Werkzeugen

Manche VNC-Server bieten Funktionen oder Erweiterungen zur Sitzungserfassung. Beispielsweise kann TightVNC oder TigerVNC in bestimmten Konfigurationen Sitzungsprotokolle anlegen, jedoch sind diese meist text- oder event-basierte Logs und keine Videoaufnahmen. Für detaillierte Sessionaufzeichnungen kann man sogenannte VNC-Proxy-Werkzeuge einsetzen. Sie vermitteln die Verbindung zwischen Client und Server und zeichnen die übertragenen Bilddaten mit.

Ein Beispiel hierfür ist der Einsatz eines VNC-Recording-Proxy wie vncrec oder Ergänzungen um libvncserver, mit denen Sitzungsstreams aufgezeichnet werden können. Diese Werkzeuge speichern das VNC-Protokoll in einem eigenen Format (z.B. .vnc oder .rfb), das später mit einem VNC-Viewer abgespielt werden kann. Damit hat man eine Wiedergabe der Sitzung inklusive Mausbewegungen und Tastatureingaben.

Protokollierung der Tastatureingaben und Mausbewegungen

Während Videoaufnahmen den visuellen Verlauf dokumentieren, kann es für Support- oder Sicherheitszwecke nützlich sein, Eingabedaten separat zu protokollieren. Dies ist jedoch ein heikles Thema in Bezug auf Datenschutz und Privatsphäre. In der Praxis bieten manche VNC-Clients oder serverseitige Tools die Möglichkeit, Eingabekommandos mitzuschneiden. Eine manuelle Lösung besteht darin, sogenannte Keylogger oder Maustracker einzusetzen, was jedoch datenschutzrechtlich bedenklich und in vielen Kontexten problematisch sein kann.

Zusammenfassung

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die gängigste und unkomplizierteste Methode zur Aufzeichnung einer VNC-Sitzung die Verwendung einer Bildschirmaufnahme-Software auf der Client-Seite ist. Für professionellere oder langfristige Aufzeichnungen, bei denen die Sitzung später interaktiv abgespielt werden soll, bieten sich spezialisierte VNC-Recording-Werkzeuge an. Welche Methode sinnvoll ist, hängt von den Anforderungen, der technischen Umgebung und rechtlichen Rahmenbedingungen ab.

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