Wie kann ich die Scan-Geschwindigkeit in Nmap erhöhen?
- Grundlagen der Scan-Geschwindigkeit
- Verwendung von Timing-Optionen
- Parallelisierung und Probes erhöhen
- Port- und Zielauswahl einschränken
- Scan-Techniken anpassen
- Hardware und Netzwerk berücksichtigen
- Zusammenfassung und Praxisbeispiel
Grundlagen der Scan-Geschwindigkeit
Nmap ist ein sehr flexibles und leistungsstarkes Tool zur Netzwerkerkennung und Port-Scans. Die Geschwindigkeit eines Nmap-Scans hängt von mehreren Faktoren ab, darunter die Anzahl der gescannten Ports, Netzwerklatenz, Scan-Techniken und die Ressourcen des Systems, auf dem Nmap ausgeführt wird. Wenn die Scan-Zeit zu lang ist, gibt es verschiedene Optionen und Methoden, um die Geschwindigkeit zu erhöhen, ohne die Genauigkeit oder Effektivität des Scans unnötig zu beeinträchtigen.
Verwendung von Timing-Optionen
Nmap bietet verschiedene "Timing"-Templates, die das Verhalten des Scans steuern. Diese werden mit der Option -T gefolgt von einer Zahl von 0 bis 5 angegeben, wobei -T0 die langsamste und am vorsichtigsten vorgehende Einstellung ist und -T5 die schnellste. Ein schneller Scan wird in der Regel mit -T4 erreicht, welches aggressives Timing verwendet, aber in den meisten Umgebungen noch zu stabilen Ergebnissen führt. -T5 ist am schnellsten, kann aber Verbindungen verlieren oder auffälliger sein und somit als störend empfunden werden.
Parallelisierung und Probes erhöhen
Nmap erlaubt es, die Anzahl gleichzeitiger Verbindungen zu erhöhen, um Muster schneller abzuarbeiten. Optionen wie --min-parallelism und --max-parallelism beeinflussen, wie viele Verbindungen Nmap gleichzeitig aufbaut. Ebenso kann mit --min-rtt-timeout und ähnlichen Optionen die Dauer gewartet werden, bis auf eine Antwort reagiert wird, verkürzt werden. Durch diese Anpassungen lässt sich der Scan besser auf leistungsfähige Netzwerke und Maschinen abstimmen.
Port- und Zielauswahl einschränken
Die Scan-Geschwindigkeit hängt unmittelbar von der Menge der gescannten Ziele und Ports ab. Wenn nicht alle Ports, sondern nur bestimmte (z.B. häufig genutzte Standardports) gescannt werden, reduziert sich die Dauer drastisch. Mit der Option -p lässt sich beispielsweise eine Portliste oder ein Bereich angeben, der durchsucht werden soll, anstatt aller 65.535 Ports. Auch das gezielte Scannen einzelner Hosts oder kleiner Host-Gruppen kann die Dauer signifikant verkürzen.
Scan-Techniken anpassen
Die Wahl der Scan-Technik hat großen Einfluss auf die Geschwindigkeit. Ein einfacher TCP SYN-Scan -sS ist in der Regel schneller als komplexe Versions- oder Betriebssystemerkennung (z.B. -sV oder -O), die zusätzliche Pakete und Analysen erfordern. Ebenso ist ein Ping-Sweep mit -sn schneller als ein vollwertiger Portscan. Wenn Geschwindigkeit im Vordergrund steht, empfiehlt es sich, nur das Nötigste zu scannen und auf umfangreiche Optionen zu verzichten.
Hardware und Netzwerk berücksichtigen
Unabhängig von den Nmap-Einstellungen hängt die Geschwindigkeit oft auch von der verfügbaren Hardware und dem Netzwerk ab. Eine schnelle CPU, ausreichend RAM und eine stabile sowie schnelle Netzwerkverbindung können den Scan erheblich beschleunigen. Wenn die Netzwerkinfrastruktur hohe Latenzen oder Paketverluste aufweist, wird sich das negativ auf die Scanzeit auswirken.
Zusammenfassung und Praxisbeispiel
Um die Scan-Geschwindigkeit in Nmap zu erhöhen, empfiehlt es sich zunächst, ein aggressives Timing mit -T4 zu verwenden, die Anzahl der Ports und Hosts einzuschränken, den Scan auf schnelle Techniken wie SYN-Scan zu beschränken und bei Bedarf die Parallelität mittels --min-parallelism zu erhöhen. Ein Beispielbefehl könnte folgendermaßen aussehen:
nmap -sS -T4 -p 22,80,443 --min-parallelism 10 192.168.1.0/24
Dieser Befehl scannt den gesamten Subnetzbereich 192.168.1.0/24 auf die Ports 22, 80 und 443 mit SYN-Scan, aggressivem Timing und höherer paralleler Verarbeitung. So lässt sich die Scanzeit in vielen Fällen deutlich verkürzen.
