Wie kann der Apache2 Webserver für den Zugriff von außen konfiguriert werden?
- Einleitung
- Netzwerk- und Firewall-Konfiguration
- Apache-Konfiguration anpassen
- DNS und öffentliche IP-Adresse
- Sicherheit beim Zugriff von außen
- Fazit
Einleitung
Der Apache2 Webserver ist eine der am häufigsten verwendeten Lösungen, um Webseiten und Webanwendungen bereitzustellen. Standardmäßig ist Apache so konfiguriert, dass er Verbindungen über den lokalen Rechner oder innerhalb des lokalen Netzwerks akzeptiert. Um jedoch von außen, also über das Internet, auf eine Webseite zuzugreifen, sind bestimmte Einstellungen und Maßnahmen notwendig.
Netzwerk- und Firewall-Konfiguration
Damit Apache von außen erreichbar ist, muss zunächst sichergestellt werden, dass der Server im Netzwerk entsprechend konfiguriert ist. Das bedeutet, dass der Router oder das Netzwerkgerät, das die Verbindung zum Internet herstellt, Anfragen auf den entsprechenden Port (normalerweise Port 80 für HTTP und Port 443 für HTTPS) an den Rechner mit Apache weiterleitet. Dieser Vorgang wird als Portweiterleitung oder Port-Forwarding bezeichnet. Außerdem müssen sowohl auf dem Router als auch auf dem Serversystem eventuell vorhandene Firewalls die eingehenden Verbindungen auf diesen Ports zulassen.
Apache-Konfiguration anpassen
Neben der Netzwerkkonfiguration ist es notwendig, die Apache-Einstellungen zu überprüfen. Die Datei 000-default.conf oder ähnliche Konfigurationsdateien im Verzeichnis /etc/apache2/sites-available/ sollten so eingestellt sein, dass Apache auf allen IP-Adressen hört. In der Konfigurationsdatei steht normalerweise die Direktive Listen 80, die angibt, dass Apache Anfragen auf Port 80 annehmen soll. Zusätzlich muss im Abschnitt <VirtualHost *:80> der Zugriff nicht auf einen bestimmten Host eingeschränkt sein. Auch in den Zugriffssteuerungsregeln (Require all granted) sollte der Zugriff für externe Clients gestattet werden.
DNS und öffentliche IP-Adresse
Damit externe Benutzer den Apache-Server erreichen können, ist es oft hilfreich oder notwendig, eine feste öffentliche IP-Adresse oder einen dynamischen DNS-Dienst zu nutzen. Viele Internetanbieter vergeben dynamische IP-Adressen, die sich ändern können. Mit Hilfe eines dynamischen DNS-Providers kann dem Servername eine stets aktuelle IP zugeordnet werden, sodass Benutzer den Server unter einer festen Domain erreichen können.
Sicherheit beim Zugriff von außen
Der Zugriff von außen erhöht grundsätzlich das Sicherheitsrisiko für den Server. Deshalb sollten neben der reinen Erreichbarkeit auch Sicherheitsmaßnahmen berücksichtigt werden. Dazu gehören der Einsatz von SSL/TLS-Verschlüsselung (also HTTPS), das regelmäßige Aktualisieren der Apache-Software und der installierten Webanwendungen sowie die Nutzung von Firewalls und gegebenenfalls Intrusion-Detection-Systemen. Auch die Beschränkung von Zugriffsrechten und das Absichern der Konfigurationsdateien sind wichtige Schritte.
Fazit
Der Zugriff von außen auf einen Apache2-Webserver erfordert sowohl die richtige Netzwerkkonfiguration als auch angepasste Apache-Einstellungen. Portweiterleitung im Router, passende Firewallregeln und die Konfiguration des Apache, um Anfragen von allen IP-Adressen zu akzeptieren, bilden die Grundlage. Ergänzend sollten Sicherheitsaspekte nicht vernachlässigt werden, um den Server vor unbefugtem Zugriff zu schützen.
