Wie installiere ich zusätzliche Windows-Komponenten (z.B. DirectX) in Wine?

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  1. Einleitung
  2. Vorbereitungen
  3. Installation von Winetricks
  4. Verwendung von Winetricks zur Installation von DirectX
  5. Installation weiterer Komponenten
  6. Manuelle Installation und DLL-Overrides
  7. Zusammenfassung

Einleitung

Wine ermöglicht es, Windows-Anwendungen unter Linux und anderen Unix-ähnlichen Betriebssystemen auszuführen. Manche Anwendungen benötigen jedoch zusätzliche Windows-Komponenten wie DirectX, .NET Framework oder spezifische DLLs, um korrekt zu funktionieren. Diese Komponenten müssen in Wine nachinstalliert werden, da Wine nur eine Basisimplementierung bereitstellt.

Vorbereitungen

Bevor zusätzliche Windows-Komponenten installiert werden, sollte zunächst sichergestellt werden, dass Wine korrekt installiert und konfiguriert ist. Typischerweise wird ein sogenannter Wine-Prefix verwendet, welcher einem Windows-Installationsordner entspricht. Standardmäßig befindet sich dieser in ~/.wine, es ist jedoch oft hilfreich, für verschiedene Anwendungen separate Prefixe zu erstellen.

Installation von Winetricks

Um zusätzliche Windows-Komponenten einfach installieren zu können, empfiehlt es sich, das Hilfsprogramm winetricks zu verwenden. Winetricks ist ein Skript, das automatisiert verschiedene Bibliotheken, Laufzeitumgebungen und Komponenten in einem Wine-Prefix installiert und konfiguriert. Winetricks kann über die Paketverwaltung des Systems installiert werden, beispielsweise unter Debian-basierten Systemen mit sudo apt install winetricks.

Verwendung von Winetricks zur Installation von DirectX

Nach der Installation von Winetricks kann man Windows-Komponenten mit einfachen Befehlen nachinstallieren. Um beispielsweise DirectX-Komponenten zu installieren, öffnet man ein Terminal und gibt ein:

winetricks directx9

Dadurch werden die DirectX 9-Bibliotheken in den aktuellen Wine-Prefix heruntergeladen und eingebunden. Winetricks lädt dazu die notwendigen Installationsdateien herunter und führt die Windows-Installationsroutine innerhalb von Wine durch. Für neuere DirectX-Versionen gibt es teilweise keine offiziellen Komplettpakete über Winetricks, hier müssen einzelne DLLs oder Komponenten manuell eingebunden werden.

Installation weiterer Komponenten

Neben DirectX können auch andere Komponenten über Winetricks installiert werden, etwa dotnet-Versionen oder vcrun (Microsoft Visual C++ Redistributables). Auch hier gilt, dass Winetricks die Installation vereinfacht, indem es die erforderlichen Abhängigkeiten und Registry-Einträge anlegt.

Manuelle Installation und DLL-Overrides

In manchen Fällen ist es erforderlich, einzelne DLL-Dateien manuell in das Wine-Prefix zu kopieren, beispielsweise wenn spezielle Versionen von DirectX oder anderen Bibliotheken benötigt werden. Diese Dateien werden typischerweise in den Ordner drive_c/windows/system32 (oder syswow64 für 32-Bit-DLLs auf 64-Bit-Wine) innerhalb des Prefix abgelegt.

Anschließend kann man mit dem Befehl winecfg die DLL-Überschreibungen konfigurieren. Unter dem Tab Bibliotheken kann man für jede DLL festlegen, ob Wine diese eigenständig oder die eingefügte native Windows-DLL verwenden soll.

Zusammenfassung

Die einfachste und empfohlene Methode zur Installation zusätzlicher Windows-Komponenten wie DirectX in Wine ist die Nutzung von Winetricks. Damit lassen sich viele Komponenten schnell und zuverlässig installieren. Für spezielle Anforderungen ist die manuelle Installation von DLLs und die Anpassung über winecfg notwendig. Durch diese Verfahren wird die Funktionalität von Wine verbessert und die Kompatibilität mit verschiedenen Windows-Anwendungen erhöht.

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