Wie funktioniert das Kopieren in Emacs?
- Grundlagen des Kopierens in Emacs
- Markieren des Textes
- Das eigentliche Kopieren mit kill-ring-save
- Einfügen des kopierten Textes
- Besonderheiten und Tipps
Grundlagen des Kopierens in Emacs
In Emacs bedeutet "kopieren" das Markieren bzw. Auswählen eines Textbereichs und das Speichern dieses Bereichs in einen sogenannten "Kill-Ring". Anders als in vielen modernen Texteditoren wird beim Kopieren in Emacs der Text nicht nur in eine temporäre Zwischenablage gelegt, sondern in eine interne Liste von gespeicherten Textblöcken, die Kill-Ring genannt wird. So kann man mehrere Textabschnitte hintereinander kopieren und später wieder einfügen.
Markieren des Textes
Um Text zum Kopieren auszuwählen, wird in Emacs zunächst der sogenannte "Mark" gesetzt. Dies geschieht üblicherweise mit der Tastenkombination C-SPC (Control + Leertaste). Nach Setzen der Markierung bewegt man den Cursor mit den normalen Bewegungsbefehlen (Pfeiltasten, Wort- oder Zeilensprünge), um den gewünschten Textabschnitt auszuwählen. Die aktive Auswahl ist nun der Text, der kopiert werden kann.
Das eigentliche Kopieren mit kill-ring-save
Der Befehl zum Kopieren selbst heißt kill-ring-save und wird normalerweise mit M-w (Meta oder Alt + w) ausgeführt. Im Gegensatz zum "Killing" (Ausschneiden) wird beim Kopieren der markierte Text in den Kill-Ring gelegt, ohne ihn aus dem aktuellen Puffer zu entfernen. Dadurch bleibt der Text an Ort und Stelle erhalten, steht jedoch auch zum Einfügen bereit.
Einfügen des kopierten Textes
Nach dem Kopieren kann der Text an einer beliebigen Stelle im aktuellen oder in einem anderen Puffer eingefügt werden. Dafür verwendet man den Befehl yank, der üblicherweise mit C-y ausgeführt wird. Der zuletzt kopierte oder ausgeschnittene Text wird dann an der Cursorposition eingefügt. Falls mehrere Textstücke im Kill-Ring gespeichert sind, kann man mit zusätzlichen Befehlen durch den Kill-Ring navigieren, um ältere Einträge einzufügen.
Besonderheiten und Tipps
Emacs unterscheidet sich in seinem Umgang mit Textkopieren und Ausschneiden deutlich von anderen Editoren. Das Kill-Ring kann als eine Art Historie aller kürzlich kopierten oder ausgeschnittenen Texte verstanden werden. Dies erlaubt eine flexible Wiederverwendung mehrerer kopierter Textteile ohne erneutes Markieren. Zudem kann der Umgang mit der Markierung für Einsteiger zunächst ungewohnt sein, weil Emacs die Markierung nicht automatisch anzeigt, außer man nutzt bestimmte Modi oder Pakete, die die visuelle Hervorhebung der Auswahl verbessern.
