Wie füge ich eine Flatpak-App zum PATH hinzu?

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  1. Was bedeutet der PATH und warum ist er wichtig?
  2. Flatpak-Anwendungen und ihre Verzeichnisse
  3. Direktes Hinzufügen einer Flatpak-App zum PATH
  4. Beispiel: Wrapper-Skript anlegen
  5. PATH erweitern
  6. Fazit

Flatpak ist ein System zur Paketierung und Verteilung von Software unter Linux, das Anwendungen in sogenannten Sandboxes isoliert. Standardmäßig sind Flatpak-Anwendungen nicht direkt in den herkömmlichen Pfaden des Systems erreichbar, was beim Ausführen von Flatpak-Apps über die Kommandozeile zu Verwirrung führen kann. Die Frage ist deshalb, wie man eine Flatpak-App zum PATH hinzufügen kann, sodass diese bequem und direkt aus dem Terminal aufgerufen werden kann.

Was bedeutet der PATH und warum ist er wichtig?

Der PATH ist eine Umgebungsvariable in Unix-ähnlichen Systemen, die eine Liste von Verzeichnissen enthält, in denen das System nach ausführbaren Programmen sucht, wenn ein Befehl in der Shell eingegeben wird. Wenn ein Programm oder eine Anwendung nicht in einem dieser Verzeichnisse liegt, kann es nur durch Angabe des vollständigen Pfads gestartet werden. Daher ist es praktisch, wichtige Programme im PATH zu haben, um sie einfach aufzurufen.

Flatpak-Anwendungen und ihre Verzeichnisse

Flatpak-Anwendungen werden standardmäßig in einem eigenen Verzeichnis innerhalb des Home-Verzeichnisses installiert, typischerweise unter ~/.local/share/flatpak/. Die eigentlichen ausführbaren Dateien liegen aber nicht direkt in Pfaden, die standardmäßig im PATH enthalten sind. Stattdessen werden Flatpak-Apps meist über den Flatpak-Befehl selbst gestartet, z.B. mit flatpak run org.gimp.GIMP.

Direktes Hinzufügen einer Flatpak-App zum PATH

Eine direkte Integration einer einzelnen Flatpak-App in den PATH ist nicht immer nötig, da Flatpak über den zentralen Befehl flatpak run funktioniert. Möchte man jedoch dennoch den Aufruf einer Flatpak-App vereinfachen, gibt es Möglichkeiten, sogenannte Wrapper-Skripte zu erstellen, die den Aufruf über flatpak run kapseln. Diese Wrapper können in einem Verzeichnis abgelegt werden, das im PATH enthalten ist, z.B. ~/bin.

Beispiel: Wrapper-Skript anlegen

Angenommen, Sie möchten die Flatpak-App GIMP direkt als Befehl ohne den kompletten flatpak run-Befehl aufrufen. Erstellen Sie dazu eine Datei ~/bin/gimp mit folgendem Inhalt:

#!/bin/bashflatpak run org.gimp.GIMP "$@"

Nach dem Speichern muss die Datei ausführbar gemacht werden mit chmod +x ~/bin/gimp. Voraussetzung ist, dass das Verzeichnis ~/bin im PATH enthalten ist. Ist dies nicht der Fall, kann es in der ~/.bashrc oder ~/.profile ergänzt werden.

PATH erweitern

Um sicherzustellen, dass eigene Skripte oder Wrapper im Verzeichnis ~/bin ausgeführt werden können, fügen Sie folgende Zeile in Ihre Shell-Startdatei ein:

export PATH="$HOME/bin:$PATH"

Nach dem Neustart des Terminals oder durch Laden der Konfiguration mit source ~/.bashrc können Sie dann den neuen Befehl gimp direkt ausführen, welcher intern die Flatpak-App startet.

Fazit

Flatpak-Anwendungen sind standardmäßig nicht als normale Systemprogramme im PATH verfügbar. Der empfohlene Weg, eine Flatpak-App im PATH verfügbar zu machen, besteht darin, einen kleinen Wrapper anzulegen und diesen in einem PATH-verfügbaren Verzeichnis abzulegen. Somit kann der Aufruf der Flatpak-App bequem und ohne den langen flatpak run-Befehl erfolgen.

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