Wie behebe ich Probleme mit Unicode-Zeichen in PuTTY?
- Ursachen von Unicode-Problemen in PuTTY
- Zeichencodierung in PuTTY anpassen
- Terminal-Font anpassen
- Serverseitige Einstellungen überprüfen
- Terminal-Typ korrekt setzen
- Testen der Konfiguration
- Zusammenfassung
Ursachen von Unicode-Problemen in PuTTY
PuTTY ist ein weit verbreiteter SSH- und Telnet-Client für Windows, der oft dazu verwendet wird, sich mit Linux- oder Unix-Servern zu verbinden. Da moderne Systeme häufig UTF-8 als Zeichencodierung nutzen, kann es zu Problemen kommen, wenn PuTTY nicht korrekt konfiguriert ist, um Unicode-Zeichen korrekt darzustellen. Übliche Symptome sind falsch dargestellte Sonderzeichen, seltsame Zeichenfolgen oder unbekannte Symbole.
Zeichencodierung in PuTTY anpassen
Um Unicode-Zeichen korrekt anzuzeigen, muss in PuTTY die Zeichencodierung richtig eingestellt werden. Öffnen Sie dazu PuTTY und laden Sie die gespeicherte Sitzung oder geben Sie die Verbindungsdaten ein. Vor dem Verbindungsaufbau navigieren Sie im linken Menü zum Punkt Window und anschließend zu Translation. Dort finden Sie eine Option mit der Bezeichnung "Character set translation on received data" oder auf Deutsch Zeichensatzübersetzung bei empfangenen Daten. Stellen Sie sicher, dass dieser Wert auf UTF-8 gesetzt ist. UTF-8 ist die Standard-Codierung für Unicode-Zeichen und wird von den meisten modernen Systemen unterstützt.
Terminal-Font anpassen
Auch die Schriftart, die PuTTY verwendet, wirkt sich auf die Darstellung von Unicode-Zeichen aus. Einige Fonts unterstützen bestimmte Unicode-Blöcke nicht, was dazu führt, dass Zeichen entweder gar nicht oder nur als Platzhalter (wie ein Quadrat oder Fragezeichen) angezeigt werden. Um die Schriftart anzupassen, gehen Sie im PuTTY-Konfigurationsfenster wieder auf Window und dann auf Appearance. Klicken Sie hier auf die Schaltfläche "Change..." neben der Schriftart. Wählen Sie eine Schriftart aus, die Unicode-Zeichen umfassend unterstützt, wie zum Beispiel Consolas, DejaVu Sans Mono oder Lucida Console. Achten Sie darauf, dass die Schriftart Zeichen in der gewünschten Sprache und die benötigten Sonderzeichen anzeigen kann.
Serverseitige Einstellungen überprüfen
Damit PuTTY die Unicode-Zeichen korrekt anzeigen kann, muss die verwendete Shell bzw. der Server ebenfalls mit UTF-8-codierten Zeichen umgehen können. Überprüfen Sie daher am Server, welche Locale-Einstellung aktiv ist, indem Sie den Befehl locale ausführen. Die relevanten Umgebungsvariablen wie LANG oder LC_CTYPE sollten auf eine UTF-8-Variante gesetzt sein, beispielsweise de_DE.UTF-8 oder en_US.UTF-8. Falls die Lokalisierung falsch oder nicht auf UTF-8 gesetzt ist, kann das zu Kodierungsproblemen führen. Um Lokaleinstellungen temporär zu ändern, können Sie den Befehl export LANG=de_DE.UTF-8 nutzen oder dauerhaft in der Shell-Konfigurationsdatei (z.B. .bashrc oder .profile) ergänzen.
Terminal-Typ korrekt setzen
Ein weiterer Punkt ist der korrekte Terminaltyp. PuTTY sendet standardmäßig xterm als Terminaltyp. Manche Anwendungen oder Shells verhalten sich je nach Terminaltyp unterschiedlich im Umgang mit Unicode. Prüfen Sie den Terminaltyp auf dem Server mit echo $TERM und setzen Sie ihn bei Bedarf auf xterm-256color, indem Sie zum Beispiel export TERM=xterm-256color ausführen. Dies kann helfen, die Darstellung von komplexeren Zeichensätzen und Farbcodes zu verbessern.
Testen der Konfiguration
Nach den vorgenannten Anpassungen ist es sinnvoll, die Anzeige von Unicode-Zeichen zu testen. Sie können beispielsweise im Server-Terminal Unicode-Zeichen direkt ausgeben lassen via:
echo -e "\u263A \u00E4 \u20AC"
Diese Ausgabe zeigt ein Smiley-Zeichen, das kleine ä sowie das Euro-Zeichen. Werden diese korrekt angezeigt, ist die Unicode-Konfiguration erfolgreich.
Zusammenfassung
Unicode-Probleme in PuTTY entstehen meistens durch eine nicht richtig eingestellte Zeichencodierung, ungeeignete Schriftarten oder falsche Systemeinstellungen auf dem Server. Durch das Setzen der Zeichencodierung auf UTF-8 in PuTTY, die Wahl einer Unicode-fähigen Schriftart sowie die Anpassung der Server-Locale und des Terminaltyps lassen sich die meisten Darstellungsprobleme beheben. Nach der Konfiguration sollte man die Einstellungen mit einfachen Unicode-Ausgaben testen, um sicherzugehen, dass die Zeichen korrekt dargestellt werden.
