Wie aktiviere ich die Nutzung von GPU-Beschleunigung in Mathematica?

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  1. Einleitung
  2. Voraussetzungen für GPU-Beschleunigung
  3. Installation und Vorbereitung
  4. GPU-Beschleunigung in Mathematica nutzen
  5. Praktisches Beispiel
  6. Zusammenfassung

Einleitung

Mathematica bietet die Möglichkeit, bestimmte Berechnungen durch GPU-Beschleunigung deutlich zu beschleunigen. Dies ist besonders nützlich bei rechenintensiven Aufgaben wie linearen Algebraoperationen, Bildverarbeitung und neuronalen Netzwerken. Damit die GPU-Beschleunigung genutzt werden kann, sind einige Voraussetzungen und Schritte zu beachten, die wir im Folgenden ausführlich erläutern.

Voraussetzungen für GPU-Beschleunigung

Zunächst muss Ihr System über eine geeignete Grafikkarte verfügen, die von Mathematica unterstützt wird. Während viele NVIDIA-GPUs gut unterstützt werden – vor allem dank CUDA –, sind auch einige OpenCL-kompatible GPUs für bestimmte Operationen verwendbar. Stellen Sie außerdem sicher, dass Sie die notwendigen Treiber und die CUDA-Toolkit-Version (für NVIDIA) korrekt installiert haben.

Mathematica nutzt seit Version 11 teilweise CUDA- und OpenCL-Schnittstellen. Um die GPU-Funktionalität voll auszunutzen, sollte Ihre Version von Mathematica aktuell sein und idealerweise CUDA 10.1 oder neuer unterstützen.

Installation und Vorbereitung

Um mit der GPU-Beschleunigung zu starten, prüfen Sie zunächst, ob Ihre GPUs von Mathematica erkannt werden. Dies können Sie mit dem Befehl CUDAInformation für NVIDIA-GPUs bzw. OpenCLInformation für OpenCL-kompatible GPUs tun. Sind keine Geräte gelistet, muss die Treiber- oder Softwareinstallation überprüft werden.

Für NVIDIA-GPUs laden Sie den aktuellen Grafiktreiber von der NVIDIA-Webseite herunter und installieren diesen. Zusätzlich ist es erforderlich, das CUDA Toolkit zu installieren, welches die benötigten Bibliotheken bereitstellt. Danach starten Sie Mathematica neu.

GPU-Beschleunigung in Mathematica nutzen

Mathematica nutzt GPU-Beschleunigung nicht automatisch für alle Operationen. Stattdessen existieren spezielle Funktionen und Schnittstellen, die explizit GPU-Ressourcen ansprechen. Eine wichtige Funktion ist CUDAQ , mit der Sie CUDA-basierte Berechnungen ausführen können.

Für lineare Algebra bietet Mathematica z.B. den Befehl LinearAlgebra`BLAS` an, der in manchen Fällen automatisch die GPU nutzen kann, sofern diese korrekt eingerichtet ist. Bei neuronalen Netzwerken erfolgt die GPU-Verwendung oft automatisch, wenn Sie die Built-in-Functions für neuronale Netze (wie NetTrain) verwenden und eine unterstützte GPU vorhanden ist.

Für umfangreiche Eigenprogrammierungen können Sie auf das GPULink-Paket zurückgreifen, welches zusätzliche Funktionalitäten zur Erstellung eigener CUDA-Codes in Mathematica ermöglicht. Dieses Paket kann mit Needs geladen werden und ermöglicht direkten Zugriff auf CUDA-Funktionen.

Praktisches Beispiel

Nach der Installation und Prüfung der Funktionalität können Sie prüfen, ob Ihre GPU verfügbar ist, indem Sie folgenden Befehl eingeben:

CUDAInformation

Als Beispiel für eine einfache Matrixmultiplikation auf der GPU können Sie CUDAMultiply verwenden (sofern durch Ihr Mathematica-Paket unterstützt):

Needs ; A = RandomReal ; B = RandomReal ; C = CUDAMultiply ;

Alternativ können Sie mit Funktionen wie NetTrain bei neuronalen Netzen automatisch von der GPU profitieren, ohne weitere Anpassungen vornehmen zu müssen.

Zusammenfassung

Die Aktivierung der GPU-Beschleunigung in Mathematica umfasst die Installation geeigneter Treiber und Toolkits, das Prüfen der GPU-Erkennung innerhalb von Mathematica sowie die Nutzung spezieller Funktionen wie CUDALink` und eingebauter Funktionen für neuronale Netze oder lineare Algebra. Da die GPU-Beschleunigung nicht automatisch bei allen Operationen aktiviert ist, sollten Sie gezielt die GPU-fähigen Funktionen verwenden, um die Vorteile der Beschleunigung zu nutzen.

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