Welche Rsync-Optionen sind für Windows-spezifische Dateiattribute wichtig?

Melden
  1. Einleitung
  2. Überwachung und Erhaltung von Windows-Dateiattributen
  3. Optionen zur Erhaltung von Metadaten und erweiterten Attributen
  4. Verwendung von Cygwin oder spezieller Rsync-Implementationen unter Windows
  5. Zusammenfassung

Einleitung

Rsync ist ein weitverbreitetes Tool zur Dateisynchronisation und zum Backup, das ursprünglich für Unix-basierte Systeme entwickelt wurde. Bei der Verwendung von Rsync unter Windows oder zum Übertragen von Daten auf Windows-Systeme sind jedoch einige Besonderheiten zu beachten, insbesondere bezüglich der Windows-spezifischen Dateiattribute wie NTFS-Berechtigungen, Zeitstempel und versteckte/schreibgeschützte Attribute. Um eine möglichst genaue und verlustfreie Synchronisation zu gewährleisten, müssen bestimmte Rsync-Optionen verwendet werden.

Überwachung und Erhaltung von Windows-Dateiattributen

Windows-Dateisysteme enthalten Attribute, die in klassischen Unix-Dateisystemen nicht oder anders vorhanden sind. Dazu gehören beispielsweise versteckte Dateien, das Archiv-Flag, Systemattribute, sowie spezielle NTFS-Berechtigungen und alternative Datenströme (ADS). Standardmäßig überträgt Rsync nur die Unix-typischen Dateiinformationen und ignoriert diese Windows-spezifischen Metadaten. Um diese Attribute mitübertragen zu können, sind Zusatzoptionen oder spezielle Tools notwendig.

Optionen zur Erhaltung von Metadaten und erweiterten Attributen

Die Rsync-Option -a (für archive) ist grundlegend, da sie Rekursion sowie die Erhaltung von Berechtigungen, Zeitstempeln, symbolischen Links und dergleichen ermöglicht. Jedoch reicht -a alleine nicht aus, um Windows-spezifische Attribute zu erhalten.

Für Windows empfehle ich daher die Verwendung von --chmod zur Anpassung der Berechtigungen oder auch --modify-window=1, um Windows-Zeitstempel mit Sekundenauflösung besser abzugleichen. Des Weiteren ermöglicht die Option -X die Übertragung von erweiterten Attributen (extended attributes), sofern das Dateisystem und Rsync dies unterstützen.

Bezüglich der NTFS-Berechtigungen (ACLs) und alternativen Datenströme (ADS) unterstützt die Standardversion von Rsync diese nicht nativ. Hierfür kommen oft spezielle Versionen von Rsync für Windows, wie das von Cygwin oder DeltaCopy, zum Einsatz. Alternativ werden ergänzende Tools verwendet, um ACLs zu sichern und wiederherzustellen.

Verwendung von Cygwin oder spezieller Rsync-Implementationen unter Windows

Unter Windows wird Rsync meist über eine Unix-ähnliche Umgebung wie Cygwin ausgeführt. In dieser Umgebung kann man die Option --fake-super verwenden, die Rsync verpflichtet, Unix-Dateiattribute in den erweiterten Attributen zu speichern, um sie nach der Übertragung rekonstruieren zu können. Diese Option hilft dabei, Besitz- und Berechtigungsinformationen auf Windows-Systemen so gut wie möglich zu erhalten.

Zusätzlich ist es sinnvoll, mittels --no-perms oder angepassten Berechtigungseinstellungen zu arbeiten, da Windows und Unix unterschiedliche Berechtigungssysteme verwenden und ein 1:1-Abbild nicht ohne weiteres möglich ist.

Zusammenfassung

Für den Umgang mit Windows-spezifischen Dateiattributen sind bei Rsync primär die Optionen -a (archive), -X (erweiterte Attribute), --fake-super (unter Cygwin) sowie Anpassungen bei Zeitstempeln und Berechtigungen wichtig. Da Rsync die volle Windows-ACL-Unterstützung und ADS nicht nativ handhabt, ist der Einsatz spezieller Rsync-Varianten oder zusätzlicher Tools empfehlenswert, um eine umfassende Dateiattribut-Synchronisation sicherzustellen.

0

Kommentare