Was versteht man unter Kardia-Schmerzen im Magenbereich und was können die Ursachen sein?

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  1. Ursachen von Schmerzen im Bereich der Kardia
  2. Symptome und Begleiterscheinungen
  3. Diagnosemöglichkeiten
  4. Behandlungsansätze
  5. Wann sollte man einen Arzt aufsuchen?

Der Begriff Kardia bezeichnet den Übergangsbereich zwischen der Speiseröhre und dem Magen. Wenn in diesem Bereich Schmerzen auftreten, spricht man häufig von sogenannten Kardia-Schmerzen oder Beschwerden im oberen Magenbereich nahe der Herzregion. Obwohl die Kardia anatomisch zum Magen gehört, befinden sich Schmerzen an dieser Stelle oft in unmittelbarer Nähe zum Brustkorb, was die Lokalisation und Beurteilung manchmal erschwert.

Ursachen von Schmerzen im Bereich der Kardia

Schmerzen im Kardia-Bereich können unterschiedliche Ursachen haben. Eine häufige Ursache ist eine Refluxkrankheit (gastroösophageale Refluxkrankheit, GERD), bei der Magensäure aus dem Magen zurück in die Speiseröhre fließt und dort die Schleimhaut reizt. Dies kann zu brennenden oder drückenden Schmerzen hinter dem Brustbein führen, die oftmals mit Sodbrennen einhergehen.

Eine weitere Ursache können Entzündungen und Verletzungen der Schleimhaut direkt an der Kardia sein, etwa durch übermäßigen Alkoholkonsum, Rauchen oder die Einnahme bestimmter Medikamente, die die Magenschleimhaut reizen. Selten können auch mechanische Probleme wie eine Hiatushernie vorliegen, bei der Teile des Magens durch das Zwerchfell in den Brustraum verlagert sind und Schmerzen verursachen.

Symptome und Begleiterscheinungen

Die Schmerzen im Kardia-Bereich werden häufig als drückend, brennend oder stechend beschrieben. Begleitend können Symptome wie Sodbrennen, Aufstoßen, saures Aufstoßen oder Schluckbeschwerden auftreten. Gelegentlich können die Beschwerden auch in den Rücken, die Schultern oder den Brustkorb ausstrahlen, was häufig zu Verwechslungen mit Herzbeschwerden führt.

Diagnosemöglichkeiten

Um die genaue Ursache von Kardia-Schmerzen festzustellen, ist eine gründliche körperliche Untersuchung und Anamnese wichtig. Häufig werden bildgebende Verfahren wie die Gastroskopie (Magenspiegelung) eingesetzt, um die Schleimhaut des Magens und der Speiseröhre direkt zu betrachten und Entzündungen, Geschwüre oder andere Veränderungen auszuschließen. Auch eine pH-Metrie kann helfen, den Säure-Status in der Speiseröhre zu messen und den Verdacht auf Reflux zu bestätigen.

Behandlungsansätze

Die Behandlung der Schmerzen im Kardia-Bereich richtet sich nach der zugrunde liegenden Ursache. Bei Refluxkrankheit können Lebensstiländerungen wie Gewichtsreduktion, Vermeidung von säurehaltigen Speisen und Nikotin sowie das Erhöhen des Kopfendes beim Schlafen hilfreich sein. Medikamente wie Protonenpumpeninhibitoren oder H2-Blocker reduzieren die Magensäureproduktion und lindern die Beschwerden effektiv.

Bei entzündlichen Veränderungen wird oft eine Kombination aus medikamentöser Therapie und der Vermeidung von auslösenden Faktoren empfohlen. Sollte eine strukturelle Veränderung wie eine Hiatushernie vorliegen, kann unter Umständen eine operative Behandlung nötig sein.

Wann sollte man einen Arzt aufsuchen?

Bei anhaltenden oder starken Schmerzen im Magenbereich nahe der Kardia, insbesondere wenn sie mit Schluckbeschwerden, Gewichtsverlust, Blutungen oder starkem Unwohlsein einhergehen, sollte zeitnah ein Arzt konsultiert werden. Auch wenn unklar ist, ob die Schmerzen vom Magen oder vom Herzen ausgehen, ist eine medizinische Abklärung dringend angeraten, um schwerwiegende Erkrankungen auszuschließen.

Insgesamt ist es wichtig, Kardia-Schmerzen nicht zu ignorieren und gegebenenfalls frühzeitig abklären zu lassen, um die richtige Diagnose zu stellen und eine passende Therapie einzuleiten.

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